... erklärt Siemens' CFO Joe Kaeser ungewöhnlich offen zu der Art und Weise, wie das Unternehmen das mittelfristige Umsatzziel von 100 Milliarden Euro erreichen will. In der jüngeren Vergangheit habe man "sehr schnell sehr viel gewollt", was letztlich "Ineffizienzen" geführt habe, durch die man im letzten Quartal unter den Möglichkeiten geblieben sei.
Zur Hauptversammlung der Siemens AG demonstrierten am Dienstag in München rund 500 Beschäftigte von Nokia Siemens Networks (NSN) und Osram gegen den Arbeitsplatzabbau in ihren Unternehmen. Die nachdrückliche Forderung an Siemens: Das Unternehmen muss Verantwortung für die Beschäftigten der Töchter übernehmen und sich proaktiv einmischen.
Die Hauptversammlung der Siemens AG wurde in den vergangenen Jahren häufig von Protestkundgebungen begleitet. Auch am 24. Januar 2012 werden die Aktionäre wieder demonstrierende Menschen vor der Münchner Olympia-Halle antreffen - und wie so oft handelt es sich um ehemalige SiemensianerInnen, deren berufliche Existenz nach der Ausgliederung bedroht ist.
- unter dieser Überschrift steht die Neujahresbotschaft des Gesamtbetriebsrats der Siemens AG für 2012. Eine Rückschau auf das abgelaufene und der Ausblick auf das begonnene Jahr ergänzen sich zur Positionsbestimmung der Interessenvertretung bei Siemens.
Auch auf Drängen der Arbeitnehmerseite übte Personalvorstand Brigitte Ederer kurz vor der Weihnachtspause sanften Druck auf die Siemens-Töchter aus, die Gesamtbetriebsvereinbarung "Kinderbetreuungszuschuss" zu übernehmen. Bei mehreren zeigt dies nun erfreulicherweise Wirkung.
Zwei Wochen vor der Siemens-Hauptversammlung dämpft Finanzvorstand Joe Kaeser in einem Interview Hoffnungen, Siemens könne sich den Auswirkungen der Schuldenkrise auf Dauer entziehen. Die im November abgegebene Prognose zu den Zielen für 2012 nennt er nun "sehr ambitioniert".
Vor fast genau drei Jahren einigte sich Siemens mit der US-Börsenaufsicht SEC auf ein Bußgeld von 620 Millionen Euro, um die Korruptionsaffäre zu beenden. Später wurde klar, dass dies nur Siemens als Unternehmen betrifft - jetzt gehen die Behörde und das Justizministerium gegen Ex-Manager, darunter Uriel Sharef, persönlich vor.
Diversity in Unternehmen ist in aller Munde, und auch bei Siemens gibt es diverse "Guidelines" und sogar eine eigene Facebook-Seite dafür. Aus Arbeitnehmersicht allerdings stehen bei diesem Thema nicht immer die selben Aspekte im Vordergrund - die Betriebsräte verabschiedeten daher auf ihrer Versammlung im November in Berlin eine eigene Diversity Charta.
"Schließlich bekommen Sie ja jeden Monat Gehalt" - so könnte man, auch ohne Polemik, in einem Satz die Entgegnung Brigitte Ederers auf die Frage zusammenfassen, warum es trotz neuer Ergebnisrekorde keine Sonderzahlung für die Beschäftigten gibt. Bei den Betriebsräten herrscht dafür wenig Verständnis.
Zur Betriebsräteversammlung 2011 erschien die erste Ausgabe von "Profil", eines Newsletters des Siemens Teams der IG Metall speziell für die Vertrauensleute und die Betriebsräte bei Siemens. Im Leitartikel äußert sich Lothar Adler, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, zum Stellenwert der Mitbestimmung im Unternehmen.
In Berlin findet in dieser Woche die jährliche Betriebsräteversammlung des Gesamtbetriebsrates statt. Die Betriebsräte der Siemens AG nehmen dabei eine Standortbestimmung der Interessenvertretung im Unternehmen vor, diskutieren aktuelle Themen und legen die strategische Richtung für das kommende Jahr fest.
Theo Waigel, Ende 2008 in enger Abstimmung mit der US-Börsenaufsicht SEC als oberster Compliance Monitor für Siemens eingesetzt, betrachtet seine Aufgabe als weitgehend erledigt und will das Amt im Herbst 2012 aufgeben. Gleichzeitig appelliert er an den Gesetzgeber, internationale Verabredungen gegen Korruption konsequenter umzusetzen.


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