07.10.2011/ HR
Welttag für menschenwürdige Arbeit

Schon seit 2008 organisiert der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) den Welttag für menschenwürdige Arbeit (WFMA). Immer am 7. Oktober machen Gewerkschaften weltweit mit kleinen und großen Aktion für menschenwürdige Arbeit mobil. In diesem Jahr steht dabei die prekäre Beschäftigung im Mittelpunkt.

Weltweite Aktionen

Über 500 Aktionen in 80 Ländern vermeldet der undefinedLive-Ticker des undefinedIGB bereits am Vormittag, wobei die Bandbreite vom Protestbrief bis zur Großdemonstration reicht. Geografisch erstreckt sich die Spanne von Deutschland über Russland und die Ukraine bis nach Japan. In Afrika und Lateinamerika kämpfen viele Gewerkschaften darum, den Tag überhaupt erst einmal offiziell anerkennen zu lassen.

Let's Get Moving

In Deutschland begann der Welttag bereits am Vorabend mit einer Veranstaltung von Friedrich Ebert-Stiftung und DGB-Jugend. Vertreter aus Parteien, Blogosphäre und Studierendenbewegungen diskutierten in Berlin mit jungen GewerkschafterInnen und dem DGB-Vorstand.

Ungewiss, unvorhersehbar, mit Risiken behaftet

Genauso unterschiedlich wie die Aktionen sind die Ausprägungen prekärer Arbeit, je nach den Rahmenbedingungen in den betroffenen Ländern. Ein entscheidendes Kennzeichen allerdings ist überall gleich: Aus der Sicht der Betroffenen ist ihre Beschäftigung ungewiss, unvorhersehbar und mit Risiken behaftet. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow prangert in einer undefinedVideobotschaft an, dass weltweit nicht nur über 200 Millionen Menschen arbeitslos sind, sondern auch die Arbeitsplätze von Hunderten Millionen weder menschenwürdig noch sicher: "Die Rechte werden stärker angegriffen als je zuvor, und den Regierungen fehlt es an einer Vision und am erforderlichen Engagement, um eine globale Wirtschaft zu richten, die die Beschäftigten im Stich lässt."

Die Kritik des IGB an prekärer Beschäftigung richtet sich gegen das, was auch in Deutschland Dauergast auf der Tagesordnung der Gewerkschaften ist: "Den zunehmenden Trend in Richtung auf Gelegenheitsarbeit, befristete und unsichere Beschäftigungsformen, die oft kaum gesetzlich abgesichert sind. Besonders betroffen davon sind Jugendliche und Frauen, deren Einkommen und Erwerbspotenzial dadurch zurückgeht."


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