20.01.2012/ HR
Demonstration vor der Hauptversammlung

Die Hauptversammlung der Siemens AG wurde in den vergangenen Jahren häufig von Protestkundgebungen begleitet. Auch am 24. Januar 2012 werden die Aktionäre wieder demonstrierende Menschen vor der Münchner Olympia-Halle antreffen - und wie so oft handelt es sich um ehemalige SiemensianerInnen, deren berufliche Existenz nach der Ausgliederung bedroht ist.

Protest vor der Hauptversammlung 2010.

NSN: Wirtschaftliche Talfahrt

Diesmal werden es vor allem Beschäftigte von Nokia Siemens Networks sein, die Siemens' Anteilseigner an die Verantwortung des Unternehmens für seine Beschäftigten erinnern. Nokia Siemens Networks entstand im Frühjahr 2007 als Joint Venture von Siemens und Nokia; den Beschäftigten, die zuvor zu Siemens' Kommunikationssparte gehörten, wurde im neuen Unternehmen eine blühende Zukunft verprochen.

Außer NSN-Beschäftigten haben sich auch Kolleginnen und Kollegen von Osram angekündigt. Nach der Umwandlung zur Aktiengesellschaft und einem auf unbestimmte Zeit verschobenen Börsengang wurden ihnen vor wenigen Tagen Pläne bekanntgegeben, über 1.000 Stellen abzubauen.

Ausgegliedert und abgebaut

Tatsächlich hingegen erlitten sie das selbe Schicksal wie so viele ausgegliederte Siemens-Bereiche: Schon kurz nach dem Start begann eine wirtschaftliche Talfahrt, die seitdem in Deutschland über 5.000 Arbeitsplätze gekostet hat. Im November 2011 kündigte NSN erneut den Abbau von weltweit 17.000 Stellen an; gleichzeitig erklärten Siemens und Nokia, künftig kein Geld mehr in ihr Gemeinschaftsunternehmen zu investieren. Die Bekanntgabe konkreter Details schiebt NSN zwar seitdem vor sich her, aus der Erfahrung vergangener Restrukturierungsrunden ist jedoch eines klar: Den deutschen Standorten drohen erneut drastische Einschnitte.

Demonstration in München am 24. Januar

Beschäftigte, Betriebsräte und IG Metall wehren sich dagegen, dass offenkundige Management-Fehler immer wieder auf Kosten der Belegschaft ausgebügelt werden. Die Hauptversammung der Siemens AG werden sie daher nutzen, um Management und Aktionäre ihres ehemaligen Arbeitgebers nachdrücklich ihre Mitverantwortung für NSN ins Gedächtnis zu rufen.

Die Kundgebung findet am 24. Januar ab 9 Uhr vor der Hauptversammlung der Siemens AG an der undefinedOlympia-Halle in München statt.

Als Redner ist neben dem Nokia Siemens Networks-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Georg Nassauer unter anderem Jürgen Kerner, geschäftsführendes Mitglied des IG Metall-Vorstands, angekündigt. Kerner arbeitet vor seiner Tätigkeit für die IG Metall von 1985 bis 1995 selbst bei Siemens in Augsburg und ist im Vorstand der IG Metall unter anderem mit Siemens beschäftigt.


» drucken