31.01.2012/ HR
NSN streicht jede dritte Stelle und schließt München

Ende November 2011 hatte Nokia Siemens Networks den Abbau von 17.000 Stellen weltweit sowie zusätzliche Ausgliederungen angekündigt. Seitdem warten die Beschäftigten auf konkrete Zahlen - heute hat NSN sie bekannt gegeben. Bundesweit sollen demnach 2.900 Arbeitsplätze und 30 Standorte gestrichen werden, darunter der größte deutsche Standort München.

Protest bei der Siemens-Hauptversammlung.

Kahlschlag noch größer als befürchtet

Nach Schätzungen der IG Metall könnten vom Stellenabbau und den erwarteten Ausgliederungen in Deutschland noch mehr Beschäftigte betroffen sein, so dass insgesamt jeder dritte Arbeitsplatz zur Disposition stünde. Besonders dramatisch ist die Situation am größten deutschen NSN-Standort München, der mit 3.600 Beschäftigten komplett geschlossen werden soll. Die übrigen 1.600 Mitarbeiter sollen Angebote für Arbeitsplätze an anderen Standorte erhalten.

Kritik und Widerstand ...

Die IG Metall weist die Pläne für diesen massiven Personalabbau entschieden zurück. "Wir wehren uns zusammen mit den Beschäftigten gegen diesen Kahlschlag. Unser Ziel ist es, durch einen Tarifvertrag zur Zukunftssicherung möglichst viele Arbeitsplätze bei NSN zu erhalten und die Schließung des Standortes München abzuwenden", erklärt Michael Leppek, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für NSN.

... von IG Metall und Gesamtbetriebsrat

Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von NSN, Georg Nassauer, kritisiert die Abbaupläne scharf. Die Beschäftigten haben ihrerseits schockiert und wütend auf sie reagiert. Nassauer kündigte Widerstand gegen die Umsetzung der Pläne an: "Wir Betriebsräte werden zusammen mit der IG Metall alles tun, um den Abschied von NSN aus Deutschland zu verhindern."

IG Metall und Gesamtbetriebsrat fordern von der NSN-Führung, die Pläne sofort zu stoppen und über Alternativen und Zukunftsperspektiven zu verhandeln. Bis zur Klärung sollen nach ihrer Vorstellung keine Personalmaßnahmen und Ausgliederungen erfolgen.

Protestaktionen an den Standorten

Für die kommenden Tage ruft die IG Metall die Beschäftigten von NSN zu Protestaktionen auf. In München protestieren die Beschäftigten am Mittwoch ersten Februar im Anschluss an eine außerordentliche Betriebsversammlung. Gegen 9 Uhr 45 werden sie vor das NSN-Vorstandsgebäude an der Münchner Werinherstraße 91 ziehen und dort ihren Unmut öffentlich kundtun.


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