15.05.2012/ HR
TVSV-Verhandlung in München

In München kommen heute Vertreter von Siemens mit der Arbeitnehmerseite zusammen, um ein weiteres Mal über Veränderungen der Tarifvertraglichen Sondervereinbarung zu verhandeln. Im Vorfeld haben sich die Aktionen gehäuft, mit denen die Beschäftigten in den Niederlassungen ihre Forderungen unterstreichen - die Kreativität kennt dabei keine Grenzen.

LeE-Käfer überfluten die NL Stuttgart.

Jürgen Kerner unterschreibt in Mannheim.

Neben Warnstreikaktionen zeigten die Niederlassungen von Hamburg bis Konstanz dabei bemerkenswerte Kreativität bei zahlreichen Aktionen (siehe Berichte unter zum selben Thema).

Käferplage in Stuttgart!

Beispiel Stuttgart: Mit der "Käfer-Kampagne" hat der Betriebsrat der dortigen Niederlassung die Diskussion um die Forderungen für den Ergänzungstarifvertrag wieder angeregt, damit die öffentliche Wahrnehmung der Tarifrunde 2012 die parallel laufenden Verhandlungen im Ergänzungstarifvertrag nicht überlagern. Aus diesem Grund  haben die  Betriebsräte mit der "Käferplage" das Gespräch und die kritische Auseinandersetzung über die stockenden Verhandlungen des TVSV herbeiführen wollen.

Mit Blick auf den nächsten Verhandlungstermin am 15. Mai wies er nochmals auf die "großzügigen" Angebote der Firmenleitung aus dem letzten Termin hin (siehe Verhandlung zu TVSV: Enttäuschendes Angebot) und platzierte im gesamten Gebäude der NL Käfer mit Sprechblasen. Das Ergebnis: "Aha-Effekte"und Gespräche über mögliche Konsequenzen aus dem Scheitern der Verhandlungen. Seinen Bericht beendet der Betriebsrat:"Wir unterstützen die Verhandlungskollegen und wünschen einen erfolgreichen Abschluss! Hoffentlich muss es keine weiteren Käferplagen geben!"

Jürgen Kerner in Mannheim

Bei einer Betriebsversammlung am 7. Mai stellte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Jürgen Kerner, den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen in der NL Mannheim dar. Zuvor ging er ausführlich auf die wirtschaftliche Situation von Siemens sowie den aktuellen Stand der Verhandlungen über die Tarifvertragliche Sondervereinbarung der Siemens-Niederlassungen ein. In einer pfiffigen Unterschriftenaktion verteilten die Vertrauensleute und Betriebsräte Kuchenstücke und verdeutlichten damit, dass die Beschäftigten ein Stück des großen Kuchens haben wollen. Nadine Boguslawski, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Mannheim, verurteilte die Nehmermentalitäten der Manager: " Während sich diese Herren die Taschen füllen und den großen Kuchen für sich haben wollen, haben sie für uns nur Krümel übrig. Wir wollen aber ein ordentliches Stück von diesem Kuchen!"

Ruhr-Essen: Forderungen auf den Punkt gebracht

Der IG Metall-Vertrauenskörper der NL Ruhr Standort Essen fasste gegenüber dem Siemens Dialog die Forderungen nochmals zusammen: "Wir fordern die tarifliche Absicherung der LeE I in Höhe von mindestens 1,24 Monatsgehältern und damit die Beseitigung der materiellen Diskrepanz zwischen LeE (Erg-TV) und tariflichem Urlaubs- / Weihnachtsgeld (ERA), und somit eine Gleichbehandlung der Stammhaus / NL-Mitarbeiter. Zusätzlich fordern wir eine angemessene Beteiligung am Unternehmenserfolg  (LeE II).

Wir fordern eine echte Qualifizierung gemäß ErgTV der Niederlassungen (nicht mehr nur als quasi Arbeitszeitverlängerung), sowie ein gerechtes und transparentes Eingruppierungssystem: 1. Durchlässigkeit der Entgeltgruppen erhöhen und Mitbestimmungsrechte sowie Reklamationsrechte tariflich verankern; 2. Mit der Entstehung neuer Berufsbilder müssen die Tarifbeispiele zeitnah ergänzt werden.

Wir fordern: weg mit der Ungleichbehandlung der Mitarbeiter bei den Regelungen zu Dienstreisen und Montagen.


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