02.11.2012/ HR
Compliance: Waigel nimmt seinen Hut

Vier Jahre hat der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel im Auftrag der US-Börsenaufsicht Siemens in Sachen Compliance auf die Finger gesehen. Jetzt hat er seinen letzten Bericht vorgelegt und fasst seine Tätigkeit zufrieden zusammen: "Siemens hat alle Empfehlungen umgesetzt."

Als oberster Anti-Korruptions-Aufseher im Auftrag der mächtigen SEC zog Waigel diese Woche in München öffentlich eine durchweg positive Schlussbilanz. Siemens sei heute "ein Vorbild für die Verhinderung von Korruption in Unternehmen", erklärte er, und seine Tätigkeit damit "erfolgreich beendet".

Bewährungshelfer für Siemens

Begonnen habe er die Tätigkeit hingegen eher "mit gemischten Gefühlen", blickte Waigel zurück, zumal man bei der SEC wohl lieber einen US-Juristen als Aufseher für Siemens gesehen hätte. Entscheidend sei schließlich seine frühere Arbiet bei der Münchener Staatsanwalt gewesen, die bekanntlich die Korruptionsaffäre aufgedeckt hatte.

Der ehemalige CSU-Spitzenpolitiker selbst hat sich nach eigenem Bekunden dann "auch als eine Art Bewährungshelfer für Siemens" betrachtet. Nach seiner Einschätzung ist das rundum gelungen: Bei Siemens seien die Compliance-Reglen heute "verwurzelt und gelebter Alltag".


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