02.11.2012/ HR
Leiharbeitskonflikt: Starke Protestaktion in Frankfurt

Die Belegschaft des Frankfurter Siemens-Schaltanlagenwerkes nahm den ersten November zum Anlass, eindrucksvoll gegen Siemens' einseitiges Vorgehen zu protestieren. Über 400 Stammbeschäftigte und AÜG-KollegInnen, einige Ansprachen und hunderte Unterschriften setzten ein weiteres Zeichen für die Rückkehr zur fairen Behandlung der bei Siemens in Leiharbeit Beschäftigten.

AÜG-Beschäftigte, ...

Als gegen 13 Uhr 30 Liedermacher Ernst Schwarz auf der Gitarre "Arbeit hier, Arbeit dort, bin kaum hier, muss ich fort" anstimmte, stauten sich die Beschäftigten noch am Werkstor, um an der öffentlichen Kundgebung teilzunehmen. Über 400 waren es - fest und befristet Beschäftigte sowie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter Schulter an Schulter. Von letzteren gibt es im Schaltanlagenwerk rund 420, etwa 170 sind von der durch Siemens betriebenen Verschlechterung unmittelbar betroffen.

... Betriebsräte, ...

Der Betriebsratsvorsitzende Siegfried Koch begrüßte alle auf der am Standort bereits dritten Kundgebung in diesem Jahr. Er hätte nicht vermutet, betonte Koch, dass die Siemens-Geschäftsführung zu so einem Schlag ausholt, war man sich doch vor drei Jahren einig, dass die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter besser behandelt werden sollen.

... Gesamtbetriebsrat ...

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Dietmar Kuttner, Mitglied im Gesamtbetriebsrat und dort in dem Sonderausschuss, der mit der Auseinandersetzung um die Leiharbeit betraut ist, berichtete über die Verhandlungen mit der Firmenleitung. Dann nahm er hunderte Unterschriften von der IG Metall-Vertrauenskörperleiterin Angela Wagner entgegen; diese werden zusammen mit mittlerweile einigen Tausend aus anderen Standorten am heutigen Freitag bei den Verhandlungen in München der Firmenseite überreicht.

... und IG Metall

Reinhard Hahn, Leiter des Siemens Teams der IG Metall, überbrachte ein Grußwort vom geschäftsführenden IG Metall-Vorstandsmitglied und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner. In seinem Redebeitrag warf er einen kritischen Blick auf die aktuelle Politik des Siemens-Konzerns und das, was möglicherweise im Kilewasser der Vorlage der Gesamtjahreszahlen am 8. November zu erwarten steht.

Nach gut einer Stunde wurde die Kundgebung rechtzeitig beendet, dass die einen trockenen Fußes das Werk zur Spätschicht erreichten, und die anderen sich auf den Heimweg machen konnten. Einigkeit herrschte unüberhörbar zu einem Punkt: Lenkt die Firmenseite nicht ein, werden weitere Aktionen folgen.


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