08.11.2012/ HR
5,2 Milliarden Gewinn, 6 Milliarden Sparziel

Siemens zieht Bilanz für 2012: Sieben Prozent mehr Umsatz, ein operativer Gewinn von 5,2 Milliarden Euro und ein um zehn Prozent gesunkener Auftragseingang setzen den Rahmen. Dank eines unerwartet guten letzten Quartals verkündete Peter Löscher das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte - aber auch rigorose Einspar- und Margenziele.

"Siemens 2014" kürzt Kosten ...

"Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Performance gegenüber Wettbewerbern stark verbessert hatten, ist uns das im vergangenen Jahr nicht überall gelungen. Um unsere selbst gesteckten Ziele wieder zu erreichen, haben wir das Unternehmensprogramm 'Siemens 2014' gestartet", erklärte Löscher am Donnerstag . Die Sektoren sollen dadurch eine Ergebnismarge von "mindestens zwölf Prozent" erreichen, gleichzeitig sollen die Kosten in den nächsten zwei Jahren um sechs Milliarden Euro schrumpfen.

... und Stellen

"Wir wissen, was zu tun ist, und sorgen für eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen" - hinter diesen Worten steckt, daraus macht Löscher keinen Hehl, auch der Abbau von Stellen. Das sei zwar nicht das "erste Ziel" des Programmes, aber dieses "wird sich am Ende auf die Arbeitsplätze auswirken". Die Börse honoriert den Sparwillen und das vierte Quartal am Vormittag mit einem Kursgewinn von rund vier Prozent.

Unternehmerische Grundsätze ...

Details zu "Siemens 2014" waren entgegen einiger Erwartungen vor allem der Medien immer noch nicht zu erfahren. Die bereits in den vergangenen Monaten kommunizierten Rahmenziele sind so generell gehalten, dass sie im Grunde für jedes Unternehmen gelten - Sparen, Prozesse Verbessern, Effizienz Steigern, das versucht der Bäcker an der Ecke auch. Was es aber bei Siemens konkret bedeutet, dazu lässt man sich bis auf weiteres kaum in die Karten sehen, von Allgemeinplätzen wie "Anpassungen an strukturelle Veränderungen" einmal abgesehen.

... mit wenig Konkretem

Wenigstens eine grobe Verteilung der Sparziele war zu erfahren: Die Hälfte der Summe, also rund drei Milliarden Euro, soll im Einkauf erwirtschaftet werden, außerdem eine Milliarde in den Forschungs- und Produktionsstrukturen. Die Aufgabe nicht ausreichend profitabler Geschäftsfelder, seit einigen Jahren festes Instrument im Management-Werkszeugkasten bei Siemens, wird außer der bereits angekündigten Solartechnik auf die Wasseraufbereitung betreffen; hinzu kommen unter Umständen weitere, nicht näher benannte Bereiche.

Personalabbau keine innovative Antwort

Lothar Adler, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Siemens AG, bezeichnete die Höhe der geplanten Einsparungen angesichts des zweitbesten Ergebnisses der Unternehmensgeschichte als überraschend und betonte: "Wir erwarten, dass mit dem Programm die Prozesse und Strukturen verbessert werden. In diesem Zusammenhang ist Personalabbau keine innovative Antwort auf ein unsicheres Wirtschaftsumfeld und wir werden einen Abbau nach der Rasenmähermethode nicht hinnehmen."


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