19.11.2012/ HR
Siemens-Betriebsräte treffen sich in Berlin

Wie jedes Jahr im November findet diese Woche die Betriebsräteversammlung der Siemens AG statt. An zwei Tagen wird auf die vergangenen 12 Monate zurück- und die kommenden Herausforderungen vorausgeblickt. In der aktuellen Situation dürfte es einiges zu diskutieren geben - auch mit Brigitte Ederer, die als Arbeitsdirektorin die Firmenseite vertritt.

Betriebsräteversammlung 2011 -seitdem sind neue Herausforderungen entstanden.

Im Vordergrund der aktuellen Themen steht zweifellos das Kosteneffizienzprogramm, das Peter Löscher und Joe Kaeser zuletzt im Rahmen der Bilanzpressekoferenz unter dem Namen "Siemens 2014" nochmals öffentlich angekündigt und in groben Zügen umrissen haben.

IG Metall und Betriebsräte stimmen der angestrebten Verbesserung von Prozessen und Strukturen zwar grundsätzlich zu. Sie kritisieren jedoch mit Nachdruck, dass das Programm "Siemens 2014" letztlich zu sehr auf die durchgängige Erhöhung der Profitmargen ausgerichtet ist, während Nachhaltigkeit bei Zielen und Wachstum einen Nebenrolle spielt.

Einfach Stellen abzubauen ist keine Antwort

Besonderes Augenmerk fällt in diesem Zusammenhang natürlich auf den bislang noch nicht näher bezifferten Stellenabbau, der bei solch einem Programm zu erwarten steht. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler fasste die Position in einer ersten Stellungnahme zusammen: "Wir erwarten, dass mit dem Programm die Prozesse und Strukturen verbessert werden. Personalabbau ist keine innovative Antwort auf ein unsicheres Wirtschaftsumfeld." Jürgen Kerner, geschäftsführendes Mitglied des IG Metall-Vorstandes und Siemens-Aufsichtsrat, warnt das Siemens-Management seinerseits: "Wir werden darauf achten, dass nicht platt an der Personalkostenschraube gedreht wird."

Die Betriebsrätekonferenz wird sich am 21. und 22. November in Berlin nicht nur, aber ganz sicher ausführlich mit dieser Thematik beschäftigen. Interessante Redebeiträge und Diskussionen jedenfalls sind garantiert.


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