Siemens Dialog der IG Metall
27.11.2012/ HR
Protest gegen Immobilienmanöver
zum Download:
Aufruf-2012-11-19.pdf

Vor rund vier Jahren verkaufte Siemens unter viel öffentlicher Aufmerksamkeit seine bundesweit vorhandenen Firmenwohnungen, unter anderem in München, Nürnberg und Erlangen, an die GBW-Gruppe. Jetzt will diese Tochter der bayerischen Landesbank den gesamten Immobilienbestand weiterverkaufen - die Mieter fürchten den Einzug privater Investoren mit drastischen Folgen.

Politisch und in der Öffentlichkeit sorgt auch der Verkauf von rund 32.000 Wohnungen zunmindest in Bayern für womöglich noch mehr Aufsehen, als die damalige Übernahme von Siemens. Die Bayerische Landesregierung, letztlich über ihre Landesbank verfügungsberechtigt, wird unter anderem von der Landtagsopposition mit Vorwürfen überzogen, sie missbrauche die attraktiven Immobilien als Manövriermasse, um das Debakel der Landesbank wenigstens teilweise zu kompensieren.

Protest in Erlangen

Parallel dazu haben sich in einigen Städten Mietervereine gebildet, um ihre Interessen zu schützen - so auch in Erlangen, wo es sich beim Großteil der Betroffenen noch um SiemensianerInnen handelt. Sie haben für den 29. November zu einer öffentlichen Protestkundgebung gegen den Verkauf ihrer Wohnungen aufgerufen. Einer der Initiatoren, ein langjähriger Siemens-Beschäftigter ud auch in der betrieblichen Interessenvertretung aktiv, fasst die Empörung der Mieter zusammen: "Aus unserer Sich sollen die Wohnungen von der bayerischen Staatsregierung verkauft werden, um den Haushalt zu sanieren, denn die Bayern LB muss die Verluste mit dem Kauf der Alpe Adria ausgleichen."

Furcht vor privaten Investoren

Besonders alarmierend wirkt, nicht nur in Erlangen, dass sich in der Zwischenzeit schon mehrere private Investoren aus dem In- und Ausland für das Bieterverfahren interessieren, über das die Wohnungen in einem Paket veräußert werden sollen. Die Mieter befürchten daher, zum Spielball entsprechender Profitinteressen zu werden, von denen rasant steigende Mieten womöglich nur den Anfang darstellen.

Die Erlanger Initiative fordert, wie ähnliche Mietervereine anderswo auch, vor allem, dass die Wohnungen in öffentlicher Hand bleiben. München und Nürnberg verfolgen dasselbe Ziel mittlerweile als kommunales Bieterkonsortium gemeinsam; dass Erlangen sich nicht anschließt, so der Verdacht des Mietervereins, könnte damit zusammenhängen, dass im dortigen Rathaus die CSU regiert.


Die Demonstration in Erlangen beginnt am 29.11.2012 um 17 Uhr am Treffpunkt Hugenottenplatz. Anschließend findet eine Kundgebung am Rathausplatz statt. Den Aufruf kann man als PDF über obenstehenden Link herunterladen.


gedruckt am 24.05.2019 bei www.dialog.igmetall.de