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30.11.2012/ HR
Wolken über Konstanz

Ein paar Stellen hier, ein paar hundert da - die offiziell "punktuell" genannten Abbaumaßnahmen bei Siemens summieren sich allmählich zu stattlichen Dimensionen. Noch düsterer sieht es aus, rechnet man die geplanten Verkäufe hinzu, ganz zu schweigen von den Konzerngesellschaften. Neuestes Beispiel innerhalb der eigentlichen Siemens AG ist Postal Automation, mit allein in Konstanz rund 900 Beschäftigten.

Das Geschäft mit Maschinen für Gepäckabfertigung sowie Brief- und Paketsortierung hat insgesamt rund 3.600 Beschäftigte und soll im Zuge von "Siemens 2014" verkauft werden. Die Begründung stammt aus dem Siemens-Standardrepertoire für den Verkauf von Unternehmensteilen: Konzentration aufs Kerngeschäft.

Information zeitgleich mit der Presse

Die Belegschaft wurde erst parallel zur Presse über die Verkaufspläne informiert, der Betriebsrat am Abend zuvor, kritisiert Volker Schmitz, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender die Kommunikation. In ihrer ersten Information sprach die Geschäftsführung am Donnerstag auch von Stellenabbau, wollte aber noch keine Zahlen nennen. Unter dem Stichwort "Portfoliobereinigung" sind über die Jahre schon viele Siemens-Berreiche in die unternehmerische Freiheit entlassen worden, leider mit reichlich durchwachsener Erfolgsbilanz.

Aufhübschen für den Verkauf?

Vor diesem Hintergrund befürchten Betriebsräte und IG Metall beim größten industriellenArbeitgeber in Konstanz einen dreistelligen Verlust von Arbeitsplätzen: "Es könnte sein, dass die Braut für den Verkauf hübsch gemacht werden soll", erklärte Raoul Ulbrich, 2. Bevollmächtigter der zuständigen IG Metall-Verwaltungsstelle Singen, der dpa. Und ist der Übergang zu einem neuen Besitzer dann vollzogen, auch das ist aus der Vergangenheit bekannt, macht sich dieser dann oft nach einer kurzen Anstandspause nochmals ans Werk.

Kampf um bestmögliche Bedingungen

Die Stimmung der Konstanzer SiemensianerInnen ist dennoch kämpferisch statt niedergeschlagen. Um schnell und flexibel reagieren zu können, läuft derzeit eine Dauerbetriebsversammlung, die nicht beendet, sondern nur unterbrochen wird. Für die Beschäftigten steht fest: Sie werden sich nicht sang- und klanglos verkaufen lassen, sondern die bestmöglichen Bedingungen herausholen - natürlich mit Unterstützung der IG Metall.


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