11.11.2013/ HR
IC MOL LAS: für eine zukunftsfähige Strategie

Bei IC MOL LAS ist immer noch offen, wie es künftig weitergeht. Anfang November fand dazu ein Gespräch von Betriebsräten mit Infrastructure & Cities-CEO Roland Busch statt. Letzterer bestätigte, dass Siemens seine Verantwortung wahrnehmen wird und es sich nicht leisten kann, Bereiche in eine ungewisse Zukunft zu schicken.

500 Unterschriften als Einstieg ...

... in einen offenen Austausch.

Die Welt schaut auf Siemens

"Die Welt schaut sehr genau auf Siemens, selbst Jahre nach einem Verkauf", erklärte Busch, der sich in München am Rande der Aufsichtsratssitzung am 6. November mit Betriebsräten der betroffenen Standorte in Nürnberg und Konstanz sowie der stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamtsbetriebsrats Birgit Steinborn und Jürgen Kerner, geschäftsführendes Mitglied des IG Metall-Vorstands und Siemens-Aufsichtsrat, traf.

Frustration und Verärgerung

Den Einstieg in das Gespräch bildete ein fünf Meter langes Banner mit fast fünfhundert Unterschriften besorgter Beschäftigter auf dem Besprechungstisch. Die Betriebsräte schilderten die Situation in den Betrieben, die Frustration und die Verärgerung: "Wichtige Wissenträger, denen das Management keine Perspektive aufzeigt, verlassen die Firma. Wir befürchten einen weiteren massiven Kow-How-Verlust, wenn viele Beschäftigte dem folgenden Betriebsübergang widersprechen. Das kann unsere Zukunft gefährden."

Erfolg nur gemeinsam

Ergänzend stellten sie die Stärken der Standorte - Anlagen- und Projektwissen bei Flughafen und Paket
Mobility and Logistics in Nürnberg, Produktion, Produktwissen und Post in Konstanz und Cargo in Frankfurt - dar und betonten: "Für eine erfolgreiche LAS brauchen wir diese Gemeinsamkeit. Das Management muss der Belegschaft die Sicherheit geben, dass diese Stärken der Standorte auch in Zukunft gebraucht werden." Die Betriebsräte fordern eine klare Geschäftsausrichtung und eine schnelle und schlagkräftige Organisation, die zum Geschäft passt und sich nicht in Hierarchien ergötzt: "Wir brauchen eine Führung, die unternehmerisch handelt, die Menschen mitnimmt und eine fundierte Zukunftsperspektive aufzeigt. Dies brauchen wir sofort, denn die Belegschaft erlebt gegenwärtig nur Führungs- und Entscheidungslosigkeit." Außerdem wollen sie frühzeitig informiert und in die Planungen einbezogen werden und haben ihre Bereitschaft zur Mitgestaltung unterstrichen.

Was intern geht, soll intern bleiben

Busch bekräftigte Siemens' Festhalten am geplanten Verkauf der LAS und gab "unkalkulierbare Verlustprojekte" als Hauptgrund für die Verzögerung beim Verkaufsprozess an. Auf die Frage nach Fremdvergabe von Engineering- und Fertigungsaufträgen entgegnete er "was intern gefertigt werden kann, soll auch intern bleiben". Die Betriebsräte betonten Siemens' Verantwortung für das Geschäft und die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze: "Siemens ist in der Pflicht: Für eine nachhaltige Geschäftsausrichtung der LAS und für eine gesicherte Zukunft." Busch bestätigte, Siemens werde seine Verantwortung wahrnehmen, bedankte sich für die klaren Worte und versprach, sich um die LAS zu kümmern.

Die Betriebsräte zogen ein positives Fazit für das Treffen: "Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig ein Informationsaustausch über Hierarchiegrenzen hinweg ist. Nur so erhält das Topmanagement direkt einen Eindruck von den Nöten und Erwartungen der Belegschaft."


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