03.06.2014/ HR
LAS bleibt bei Siemens

Siemens' Post- und Flughafenautomatisierung LAS steht seit Ende 2012 auf der Verkaufsliste - mit Ungewissheit und Sorge der Beschäftigten, mit Protesten, Forderungen und Auseinandersetzungen. Jetzt kommt überraschend die Kehrtwendung: Das Geschäft soll behalten und "als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach von Siemens weitergeführt werden".

Selbst richten statt abstoßen

Diese Absicht teilte Siemens am Dienstag überraschend per Presseinformation mit. Joe Kaeser begründet darin  den plötzlichen Entschluss: "Ich habe immer wieder deutlich gemacht, dass wir Geschäfte auch wieder selbst in Ordnung bringen müssen. Bei der Postautomatisierung und Flughafenlogistik werden wir das tun." Was das konkret bedeutet, umriss er so: "Wir werden das Unternehmen so aufstellen, dass es in seinem mittelständisch geprägten Wettbewerberumfeld besser und flexibler agieren kann. Die dafür erforderlichen Voraussetzungen werden wir schaffen: eine passende finanzielle Ausstattung, angemessene Führungsstrukturen sowie einen angemessenen Zeitrahmen."

Solide Ausstattung

Die Ausgliederung in ein eigenständiges Unternehmen soll in den nächsten Monaten erfolgen und hat laut Siemens, wie so oft in ähnlichen Zusammenhängen, vor allem die Steigerung der "für das Geschäft erforderlichen Flexibilität" zum Ziel. Als Starthilfe verspricht Siemens, das Unternehmen "finanziell solide" auszustatten, "damit es sein Produktportfolio weiter entwickeln und ergänzen kann". Die Verantwortung übernimmt schon ab Juli Michael Reichle, bislang als CEO der BU Locomotives and Components kein Unbekannter bei Infrastructure & Cities.

Ende einer langen Irrfahrt

Unerwähnt bleibt naturgemäß, dass soeben erst die letzten Verkaufsverhandlungen mit einem Investor an dessen offenbar allzu hohen Erwartungen scheiterten. Den Beschäftigten soll's nur recht sein - sie wissen nach zwei Jahren auf Schlingerkurs mit ungewissem Ziel endlich, was die Zukunft für sie bringt.


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