04.08.2014/ HR
"Zügig": High Noon in Paris

"Der Poker um Alstom ist erstmal vorbei" konstatiert die Juli-Ausgabe der Braunschweiger Mobility-Betriebszeitung den Abschluss des filmreifen Bieterduells, und richtet den Blick nach vorn. Da allerdings fällt er aus Arbeitnehmersicht unverändert vor allem auf Joe Kaesers "Vision 2020", mitsamt noch schwer absehbarer Risiken und Nebenwirkungen.

Man habe das Bahngeschäft nie verkaufen wollen, erklärte Kaeser bekanntlich später, sondern mit Alstom "einen europäischen Champion mit globaler Durchsetzungskraft" schaffen wollen, und : "Das Ziel bleibt, der Weg dahin wird jetzt ein anderer." Kein Wunder also, dass die Mobility-Beschäftigten sich weiter Gedanken und auch Sorgen machen, wohin ihre Reise geht. Die "Zügig" fasst zusammen: "Bei einem kann man sich sicher sein - auch ohne sich den Vorwurf der Panikmache gefallen lassen zu müssen - gehen zwei Firmen ein Bündnis ein, bleibt Beschäftigung auf der Strecke, in welcher Form auch immer." Man wird sehen, an welcher Station der Mobility-Zug das nächste Mal hält.

"Beschäftigung bleibt aber auch auf der Strecke, wenn Komplexität abgebaut wird, wenn ein Konzern schlanker werden soll oder bloß plump Kosten gespart werden sollen. Der Grund ist entweder der Wettbewerb, der Markt oder der einzelne Wettbewerber, der alles besser und mehr Marge macht." Mit diesen Worten geht der Leitartikel der Juli-Ausgabe zur "Vision 2020" über. Angesichts aktuell eher spärlicher Informationslage zu den konkreten Auswirkungen ab Herbst gibt es vor allem eine Empfehlung: "Verlassen müssen wir uns deswegen auf uns selbst. Darauf, dass wir Beschäftigte auch künftig bereit sind, weiter für den Erhalt unserer Arbeitsplätze bei Siemens in Deutschland und insbesondere in Braunschweig aufzustehen und dafür zu sorgen, dass das Management uns nicht wie Pokerchips auf den Tisch wirft. Der Aktionstag der IG Metall am 23. Mai 2014 war ein Teil davon, und es werden mit Sicherheit weitere Gelegenheiten folgen."


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