31.10.2014/ JP
Leipziger gewinnen Deutschen Betriebsrätepreis 2014!

Für ihre herausragende Leistung bei der Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze wurde der von der IG Metall nominierte Betriebsrat des Siemens Schaltanlagenwerkes in Leipzig gestern im Rahmen des Deutschen Betriebsrätepreis 2014 mit dem Sonderpreis in der Kategorie „Beschäftigungssicherung“ gewürdigt.

Anerkennung herausragender Betriebsratsarbeit

Der Betriebsrätepreis wird einmal im Jahr verliehen, mit ihm werden die vorbildliche Arbeit und herausragende Leistungen von Betriebsräten anerkannt und gewürdigt. Er basiert auf einer Initiative der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb", Schirmherrin ist die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles.

Der Blick zurück: Das Leipziger Schaltanlagenwerk vor dem Aus

Wir erinnern uns: Mitten in der Auseinandersetzung um das Kosteneffizenzprogramm ‚Siemens 2014‘ gibt die Siemens-Konzernleitung bekannt, dass sie beabsichtige insgesamt 325 von 415 Arbeitsplätzen, und damit die komplette Fertigung des Leipziger Schaltanlagenwerkes nach Portugal zu verlagern. Nach Einschätzung des Betriebsratsvorsitzenden Michael Hellriegel wäre dies der Tod auf Raten für den Standort gewesen.

Alternatives Zukunftskonzept...

Anstatt sich jedoch in ihr vermeintliches Schicksal zu fügen, beschließen Betriebsrat und Belegschaft sich gegen die Arbeitgeberpläne zu wehren. Mit Unterstützung einer arbeitsorientierten Unternehmensberatung und der IG Metall Leipzig, sowie unter aktiver Einbeziehung der Ideen und Vorschläge aus der Belegschaft entwickeln sie in kürzester Zeit ein wirtschaftlich tragbares Alternativkonzept.

...kombiniert mit gewerkschaftspolitischer Mobilisierung...

Um die notwendige Rücknahme des bereits gefassten Verlagerungsbeschlusses zu bewirken, erhöhen sie zudem durch eine systematische Pressearbeit, Gespräche mit politischen Akteuren sowie durch eine ganze Reihe von öffentlichkeitswirksamen Aktionen zusätzlich den Druck auf dem Kessel. Dabei kam auch der koordinierten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Mitbestimmungsebenen, vom örtlichen Betriebsrat, über den Gesamt- und Konzernbetriebsrat bis hin zu den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat eine entscheidende Bedeutung zu.

...retten den Standort und die Arbeitsplätze.

Letztendlich gelang es, auch die Siemens-Zentrale von dem alternativen Zukunftskonzept zu überzeugen. Die bereits beschlossene Standortschließung der Fertigung konnte abgewendet und somit viele Arbeitsplätze bei Siemens in Leipzig sowie bei Zuliefererbetrieben gerettet werden. Ein Ergänzungstarifvertrag sichert nun die Beschäftigung bis mindestens 2016 ab. Mittlerweile wird in Leipzig die Steuerung für eine Anlage hergestellt, mit der überschüssige Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen stammt, gespeichert werden kann. Obendrein also auch ein gutes Beispiel dafür, wie mit Innovationen und Investitionen Standorte und Beschäftigung zukunftsfester gemacht werden können.

Siemensteam der IG Metall sagt: Herzlichen Glückwunsch!

Der Kampf um die Zukunft des Schaltanlagenwerkes in Leipzig ist in seiner Anlage und seinem Ergebnis herausragend, beispielgebend und Mut machend! Das dies auch über die Organisationsgrenzen der IG Metall hinaus registriert und anerkannt wurde, beweist das diesjährige Votum der Jury des Deutschen Betriebsrätepreises, die unter fast 90 eingereichten Projekten die Sieger in verschiedenen Kategorien auszuwählen hatte.

Das Siemensteam der IG Metall gratuliert den Leipziger Kolleginnen und Kollegen zu ihrer verdienten Auszeichnung!


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