13.11.2014/ HR
Branchendialog: Bahnindustrie und IG Metall wollen politische Koordinierung

IG Metall und Bahnindustrie haben gemeinsame Eckpunkte zur Modernisierung der Branche in Deutschland formuliert, die auch für die Zukunft von Mobility einen Rolle spielen. Sie fordern einen Koordinator für den Eisenbahnsektor auf Bundesebene und betonen die Bedeutung der Fachkräftesicherung. Positiv bewerten sie die vorgesehene Anhebung der Mittel für das Schienennetz ab 2015.

Weichenstellung für die Zukunft ...

"Jetzt müssen diese Mittel rasch in das Schienenbestandsnetz fließen", betonte Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall, beim ersten Branchendialog Bahnindustrie, zu dem am Mittwoch rund hundert Betriebsräte, Unternehmens- und Behördenvertreter sowie Politiker in Berlin zusammenkamen. Martin Lange, Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) warnte davor, sich angesichts der dank international stark nachgefragter Produkte guten Situation auf den Erfolgen der vergangenen Jahre auszuruhen: "Um den künftigen Erfolg im internationalen Wettbewerb zu sichern, müssen in der Industrie- und Verkehrspolitik die Weichen richtig gestellt werden."

... in zentralen Fragen

Ein Koordinator auf Bundesebene soll als zentraler Ansprechpartner der Branche dienen, da die Zuständigkeiten für den Eisenbahnsektor auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene und national obendrein auf verschiedene Ministerien verteilt sind - so, wie es in Luft- und Schifffahrt längst der Fall ist. Der zweite wesentliche Aspekt ist die jahrelang vernachlässigte Finanzierung der deutschen Schieneninfrastruktur, die nun mit der zugesagten Anhebung der Mittel um eine Milliarde Euro jährlich ab dem kommenden Jahr verbessert werden soll. Als dritten Kernpunkt sehen IG Metall und VDB die Fachkräftesicherung, wie Kerner auf den Punkt brachte: "Ohne ausreichendes Potenzial an klugen Köpfen, Wissen und Erfahrung wird es schwierig, im Wettbewerb der Produktionsstandorte mitzuhalten."


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