02.12.2014/ HR
LAS: Lähmung - Angst - Sorge

"Eine passende finanzielle Ausstattung, angemessene Führungsstrukturen sowie einen angemessenen Zeitrahmen" kündigte Joe Kaeser vergangenen Juni als Grundlage dafür an, Logistic and Airport Solutions entgegen vorheriger Pläne doch unter dem Dach von Siemens zu behalten. Sechs Monate später allerdings mahnen die Betroffenen: Es liegt immer noch viel zu vieles im Argen.

Beschäftigte mahnen mit Symbolen ...

... für jeden verlorenen Arbeitsplatz.

Nach zwei Jahren wechselnder Aussichten und massiven Stellenabbaus sind die Beschäftigten und ihre Betriebsräte der Postautomatisierung und Flughafenlogistik in Nürnberg und Konstanz immer noch weit von Stabilität und Klarheit entfernt, woran Betriebsräte beider Standorte unter anderem anlässlich der Betriebsräteversammung in Berlin den Arbeitsdirektor nachdrücklich erinnerten. In Nürnberg wies die Belegschaft am ersten Dezember mit einer unübersehbaren Aktion die Öffentlichkeit auf ihre Situation hin, die trotz Kaesers Kehrtwende vom Juni weiter vor allem von Unsicherheit geprägt ist. Nachfolgend die Pressemitteilung des Betriebsrats:

Jahrestag: 2 Jahre in Unsicherheit

Vor 2 Jahren, kurz vor Weihnachten 2012, am 28.11.2012 wurden die Mitarbeiter der LAS (Logistic and Airport Solutions) in einer Mail von Dr. Busch informiert, dass die lC MOL LAS verkauft werden soll. Damit begann für uns eine Zeit der Lähmung, der Unsicherheit und der Angst. Aus diesem Anlass trafen wir uns am Montagabend, 01.12.2014 vor dem Bürogebäude in der Colmbergerstraße 2 in Nürnberg und ließen die Ereignisse der letzten beiden Jahre noch einmal Revue passieren.

Wir haben mehr erreicht als wir uns erträumt hatten!

Ein Verkauf steht nun nicht mehr an. Das wissen wir seit dem 3. Juni diesen Jahres, als uns Herr Kaeser hier in Nürnberg besuchte und dies verkündigte. „Siemens muss auch mal wieder was selbst in Ordnung bringen“ - sagt er.

Was hat Siemens seither in Ordnung gebracht?

Mit einem neuen Chef, Herrn Reichle, an der Spitze waren wir vorsichtig optimistisch und blickten zuversichtlich in die Zukunft. Doch nach der ersten Euphorie ist nun wieder Ernüchterung eingekehrt.

Herr Reichle hat sich ein Bild von der LAS gemacht hat, beziehungsweise von dem, was von der LAS noch übrig geblieben ist, und trifft Entscheidungen. Entscheidungen gemäß Grundlagen Management-Handbuch Schema "F": Kosteneinsparung - Umorganisation - Stellenabbau - Ausgliederung.

Ist das wirklich alles, was Siemens dazu einfällt?

Die LAS bewegt sich in einem stetig wachsenden Markt zumindest im Flughafen und Paketbereich. Woran liegt es, dass die LAS es nicht schafft, in diesen Märkten besser Fuß zu fassen und genügend Geld zu verdienen? Haben wir wirklich zu viele MitarbeiterInnen an Bord? Falls ja, warum bekommen wir als Betriebsräte dann jede Woche Überstunden vorgelegt, Verlängerungen und Neuanträge von Leiharbeitnehmern?

Bildlich gesprochen: Stellen Sie sich mal ein Uhrwerk vor. Es besteht aus vielen kleinen und großen Zahnrädern - den Mitarbeitern. Wenn diese Uhr nun nicht mehr richtig funktioniert, wenn sie nicht mehr so viel leistet, wie sie eigentlich sollte und könnte - hilft es da, Zahnräder zu entfernen? Doch wohl nicht!

Man sollte eher schauen, wo es hakt, vielleicht ist ja Sand ins Uhrwerk gekommen. Man würde dieses Uhrwerk dann vom Sand befreien und eventuell etwas ölen, damit es wieder geschmeidig läuft. Der Sand wäre in unserem Beispiel schlechtes Management und ungünstige Prozesse. Das Öl stünde für gute Führung und Motivation.

Wie soll es nun weitergehen? Wir wissen es nicht. Ein 3. Weihnachten in Unsicherheit!


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