16.06.2015/ HR
Starkes Signal an Siemens-Vorstand und Öffentlichkeit - 5

(Teil 5: BBS / Küste / Niedersachsen) Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen richtete sich die Aufmerksamkeit zum Aktionstag vor allem auf Berlin. Dabei sind auch Standorte im 'wilden Osten' von Abbauplänen betroffen und stellten am neunten Juni beeindruckende Aktionen auf die Beine. Viel Schwung und Solidarität kamen außerdem aus Niedersachsen und von der Küste.

WIR in Görlitz.

Trauerfeier in Dresden.

Diskussion in Hamburg.

Für R(adolfzell) II in Hannover.

Luft-Schnappen in Braunschweig.

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"Mit Volldampf an der Spitze - wir gestalten Zukunft" steht auf einem Großplakat am Siemens-Gebäude in Görlitz. Den offiziellen Slogan konnte man unverändert auf die Beschäftigten übertragen, als hunderte von ihnen am Nachmittag zu einer außerordentlichen Betriebsversammlung vor dem Gebäude zusammenkamen. Auf ihren T-Shirts war ihr eigener Zusatz "Ich will bleiben" zu lesen, schon im Vorfeld ergänzt von großflächiger Plakatierung rund ums Werk. Zusätzliche Unterstützung zum Aktionstag kam von Delegationen aus den Standorten Leipzig, Penig, Dresden, Freiberg und Chemnitz.

Auch an diesen Standorten selbst gab es parallel Aktionen, bei denen die Beschäftigten über die aktuellen Streichpläne informiert wurden. In Dresden zum Beispiel versammelten sich die Beschäftigten zu einer symbolischen Trauerfeier für die am Standort vernichteten Arbeitsplätze.

An der Küste und in Niedersachsen rollt zwar auf die meisten Siemens-Betriebe derzeit kein größerer Rasenmäher zu, dennoch zeigten sie nachdrücklich Solidarität. Auch hier ist man sich bestens bewusst, dass fast jeder Standort auch aus einer scheinbar sicheren Situation heraus von heute auf morgen durch Restrukturierungen bedroht werden kann. In den NL Bremen und Rostock informierten die Betriebsräte mit Flugblättern und im Rahmen von Gesprächen und Diskussionen an einem Infostand beziehungsweise bei einem "Flurgespräch" über die Lage.

In der NL Hamburg informierte der Betriebsrat im Rahmen einer ausgedehnten Sprechstunde, die rund 180 Beschäftigte nutzten. Sie diskutierten an mehreren Ständen verschiedene Themenblöcke, das Fazit des Betriebsrates: "Die Kolleginnen und Kollegen wollen, dass Siemens seine Stärken ausbaut und nicht immer nur umbaut oder abbaut." Derzeit nicht akut betroffen ist auch die NL Kiel, wo man ähnliche Erfahrungen jedoch 2014 über das Programm '50 Hz' machte - 31 Arbeitsplätze wurden gestrichen. Diesen Personalabbau stellte der Betriebsrat bildlich dar und verteilte das Ergebnis mit der Info an alle KollegInnen.

In der NL Hannover wurde eine in der Woche davor unterbrochene Betriebsversammlung am Aktionstag mit rund 150 TeilnehmerInnen vor dem Gebäude fortgesetzt. VW diente als Beispiel dafür, wie eine starke Mitbestimmung zur Stabilität und letztlich zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann. Mit Blick auf den am selben Tag begangenen Gesundheitstag gab es anschließend für alle noch frisches Obst, um den Arbeitstag vitamingestärkt fortzusetzen.

In Braunschweig taten sich Mobility-Werk und NL unter dem Motto "Immer nur Personalabbau ist großer Kaese(r)" zu einer Betriebsversammlung auf dem Hof zusammen, um über die geplanten Abbauzahlen zu informieren. Im Anschluss verschafften sich rund 200 TeilnehmerInnen noch mit einem schwungvollen "Spaziergang" vor dem Siemens-Gelände etwas Luft angesichts der dauernden Abbaumitteilungen, berichtet der Betriebsrat: "Eine Super-Aktion mit Signalwirkung!"


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