06.05.2016/ HR
Keine Lieferung nach Honduras

Compliance ohne Wenn und Aber: Nach dem Mord an der honduranischen Umweltschützerin Berta Cáceres hat das Joint Venture aus Siemens und Voith Hydro seine Lieferungen für das im äußerst umstrittene Staudammprojekt Agua Zarca eingestellt. Laut etlicher Medienberichte besteht Grund zu dem Verdacht, dass der örtliche Bauträger Desa in den Anschlag Anfang März verwickelt war.

Proteste einheimischer Lenca-Indianer gegen den Staudamm.

Cáceres hatte sich jahrelang für die Rechte der Lenca-Indianer und gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca eingesetzt.

Voith gab vergangenen Mittwoch bekannt, man habe Desa informiert, "dass wir bis auf Weiteres alle Lieferungen für das Projekt einstellen". Bei diesen Lieferungen handelt es sich um Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Volumen von etwa acht Millionen Euro. Siemens bezeichnete die Entscheidung in einer Stellungnahme als "notwendig und richtig".

Auch die Arbeitnehmerseite begrüßt die Entscheidung. Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und Mitglied des Siemens-Aufsichtsrates, erklärte: "Bei solchen Vorgängen kann es keine Kompromisse geben. Kein Auftrag ist es wert, dass man indirekt oder gar direkt an ungesetzlichen Methoden beteiligt ist oder von ihnen profitiert."


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