15.07.2016/ HR
Durchbruch bei Atos

Mehrere Warnstreiks haben der Verhandlungskommission bei Atos genügend Rückenwind gegeben, um am 13. Juli ein ordentliches Ergebnis zu erreichen: Die umstrittenen Entgelterhöhungen sind durchgesetzt. Atos hat also eingelenkt, dennoch bleibt die Tarifsituation im Unternehmen problematisch.

Warnstreik in Fürth unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung.

Tariferhöhungen werden nachgezogen

Der Abschluss setzt wichtige Eckpunkte um, für den die Beschäftigten und die IG Metall bundesweit hart kämpfen mussten. Von seiner ursprünglich angestrebten Nullrunde musste Atos sich weit entfernen: Zum 1. September 2016 steigen die Tarifgehälter um 3,4 Prozent, womit die Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie aus dem Jahr 2015 nachgeholt wird. Am 1. November folgt das Ergebnis aus der Tarifrunde 2016, die Tabellenwerte werden also um weitere 2,8 Prozent erhöht. Um ihre Arbeitsplätze und die gesamte Beschäftigung bei Atos weiter abzusichern, arbeiten die Beschäftigten im Gegenzug ab September 1,9 Prozent weniger, das Entgelt wird entsprechend gekürzt.

Besser mit Mitgliedern

Ungeachtet des Ergebnisses scheint Atos weiter bestrebt, sich aus der Bindung an den Flächentarif zu verabschieden oder sie zumindest aufzuweichen. Vor diesem Hintergrund war unter anderem eine Einigung zu der in der Fläche vereinbarten Entgelterhöhung von 2 Prozent im April 2017 nicht zu erzielen. Von daher zeigen die erfolgreichen Warnstreiks nicht nur, wie wichtig ein starker Rückhalt der IG Metall in den Belegschaften ist; es ist klar, dass dies sich in Zukunft eher noch steigert. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Anreiz zur Mitgliedschaft: Als Bonus für die IG Metall-Mitglieder im Unternehmen wurde im Tarifabschluss über die Entgelterhöhungen hinaus eine Erholungsbeihilfe in Höhe von 210 Euro vereinbart, die Anfang 2017 ausgezahlt wird.


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