21.07.2016/ HR
PD-Konflikt auch in Wien
zum Download:
SIMEA-Resolution.pdf

"SIMEA" (Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications) heißt das österreichische Pendant zu Siemens PD, wo die Restrukturierung am Standort Wien 250 Arbeitsplätze kosten soll. Parallel zum Aktionstag in Bayern fand dort eine Betriebsversammlung statt, die Willen zum Widerstand und Solidarität für die deutschen Standorte betonte.

Einstimmig für die Resolution.

Bei der Betriebsversammlung am 20. Juli waren 230 von insgesamt 250 betroffenen SIMEA-Kolleginnen und -Kollegen anwesend. Die Betriebsratsvorsitzenden Andreas Ecker und Paul Kovanda gaben ihren Bericht zur Situation ab und beantworteten Fragen der Beschäftigten.

Der Zentralbetriebsratsvorsitzende Fritz Hagl kritisierte die Entscheidung von PD/LD massiv: "Das Simea-Werk in Wien ist das Bauernopfer. Es steht für 1A-Qualität, Liefertreue und zweistellige EBIT-Margen - trotzdem soll LD von Wien abgezogen werden."

Die Versammlung sandte solidarische Grüßen nach Ruhstorf, Nürnberg und Bad Neustadt. Auch in Österreich ist man entschlossen, die Abbaupläne nicht einfach hinzunehmen: "Wir werden für unsere Beschäftigten jede nur erdenkliche Möglichkeit nutzen um diese Entscheidung für unsere Kolleginnen und Kollegen zu verbessern."

Eine Resolution (siehe Download) in diesem Sinne wurde einstimmig beschlossen. In ihr werfen die Beschäftigten Siemens vor, die im Brief des LD-Managements angekündigte "faire und respektvolle Vorgangsweise" sei lediglich ein Lippenbekenntnis, die Begründungen hinsichtlich des Standortes Wien "fern jeglicher Tatsachen".

Die betroffene Fertigung gehört demnach "seit Jahren zu den profitabelsten Einheiten im Werkevergleich"; ihr Portfolio "überschneidet sich kaum mit den Fertigungsinhalten anderer Werke, sondern konzentriert sich überwiegend auf kundenspezifische Sonderlösungen und ist daher von den Strukturveränderungen in der Nachfrage nur marginal von den weltweiten Auftragseinbrüchen in der PD LD betroffen." Eine eindringliche Aufforderung vor diesem Hintergrund schließt die Resolution: "Verlagern Sie nicht Produkte mit ihren effizienten Vertrieben nach China, welche wir am Standort Wien im Verbund mit unserem rumänischen Werk wertvoller fertigen können. Sie vernichten damit Geschäftsvolumen, Wiener Industriearbeitsplätze und letztendlich europäisches Know How!"


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