19.12.2016/ TS/hr
Betriebsversammlung in der NL Bielefeld

Gut besucht, aber ohne die Mehrheit der eigens geladenen "externen" Vorgesetzten fand am 16. Dezember im Bayerischen Landhaus in Bielefeld die Betriebsversammlung der örtlichen Niederlassung zum Jahresabschluss statt.

Die große Mehrheit der eigens geladenen Vorgesetzten glänzte durch Abwesenheit.

Der Betriebsrat hatte zu dieser Versammlung außer den zehn Vorgesetzten aus der Niederlassung erstmalig auch alle 41 für den Standort Zuständigen, die nicht am Standort beschäftigt sind, persönlich eingeladen; leider folgten nur gerade einmal drei dieser "externen" Vorgesetzten der Einladung.

Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Staude erklärt, was die Interessenvertretung mit dieser Einladung bezweckt hatte: "Wir haben extra für alle Vorgesetzte Stühle per Namensschild mit Ortsangabe reserviert. Wir wollten damit unserer Belegschaft einmal deutlich machen, wie das Verhältnis von Beschäftigten und Vorgesetzten zahlenmäßig aussieht."

Die rechnerische Anzahl der Vorgesetzten pro Mitarbeiter_in nämlich ist so hoch, dass mit Blick auf die Effizienz unwillkürlich Zweifel am Sinn aufkommen. Staude hatte den Vorstand auf diesen Missstand schon im November auf der Betriebsrätekonferenz in Berlin mit einem leicht ironischen Beitrag hingewiesen und Abhilfe gefordert. Arbeitsdirektorin Janina Kugel hatte sich überrascht von einer solchen Konstitution gezeigt ("51 Vorgesetzte? Das geht gar nicht") und angekündigt, sich die Situation einmal persönlich anschauen zu wollen.

Der Bielefelder Betriebsrat will unterdessen in der Angelegenheit ebenfalls nicht untätig bleiben, erklärt Staude: "Wir werden im neuen Jahr einmal rechtlich prüfen lassen, ob hier nicht bei allen 41 Vorgesetzten Einstellungen nach §99 des Betriebsverfassungsgesetzes vorliegen, zu denen wir nicht angehört worden sind. Einschlägige Urteile verschiedener Landesarbeitsgerichte dazu gibt es bereits."


» drucken