09.06.2017/ DL
"Siemens verändert sich immer"

Ein Interview mit Fritz Hagl, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Siemens Österreich, seit 2002 Mitglied des Europabetriebsrates Siemens Europe Committee und Sprecher der Region Mittel-/Osteuropa. Hagl wechselt dieses Jahr in den Ruhestand und nahm Ende Mai zum letzten Mal am jährlichen SEC-Treffen teil.

Fritz Hagl beim SEC-Treffen in Brüssel.

Fritz, was für ein Résumé ziehst du nach 15 Jahren als Mitglied des Siemens Europe Committee?

Es war eine bewegende Zeit. Meine Haupterkenntnis ist, dass geteiltes Leid halbes Leid ist; der eigene Standpunkt wird durch die Diskussion mit den Vertretern anderer Länder differenziert.

Das SEC ist eine wichtige Institution. Ich denke, es sollte sich auf den Aspekt der Information konzentrieren. Auf diese Weise kann vor allem die Stellung kleinerer Länder bei Siemens gestärkt werden.

Die Zusammenarbeit der Betriebsräte und aller Interessenvertretungen mit den Gewerkschaften ist essentiell. Die Gewerkschaften sollten ihre internationale Zusammenarbeit und Koordination trotz aller Schwierigkeiten weiter verstärken.

Was denkst du über die Entwicklung von Siemens in Österreich?

Die Lage und die Entwicklung ähneln stark denen in Deutschland. Die zentralen Themen sind der Stellenabbau und die Verlagerung besonders von Fertigungskapazitäten in andere Länder.

Und was hältst du von der allgemeinen Entwicklung bei Siemens?

Siemens verändert sich immer. Wir können nur hoffen, dass die derzeitigen Veränderungen keine Nachteile für die Beschäftigten mit sich bringen. Das Management sollte in den Veränderungsprozessen mehr auf Nachhaltigkeit achten. Siemens' Stärke war immer die Konsolidierung der unterschiedlichen Geschäftsbereiche. Dadurch konnte Siemens seine Unabhängigkeit bewahren – das sollte man nicht aufs Spiel setzen!


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