27.06.2017/ HR
Rückhalt aus der Politik
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Siemens-Jugend_01.pdf

In Duisburg haben Beschäftigte und Betriebsrat zu Beginn der Gespräche über die geplante Einschnitte in die Ausbildung ein klares Protestsignal gesetzt. Jetzt kommt massive Unterstützung auch aus der Politik.

(Foto: Thomas Range)

Mehrere Vertreter_innen der regionalen Politik haben in einer an den Betriebsrat gerichteten Solidaritätsadresse ihre Bereitschaft erklärt, sich für den Erhalt der Ausbildung in Duisburg einzusetzen. Die Demonstration am 20. Juni gegen die drohende Schließung der Ausbildung, an der sich rund 500 Siemens-Beschäftigte beteiligten, bewerten sie als "starkes Signal der Solidarität".

Perspektiven statt Zukunftsangst

Die Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas und Mahmut Özdemir, Oberbürgermeister Sören Link, die Landtagsabgeordneten Sarah Philipp, Rainer Bischoff, Frank Börner und Ralf Jäger sowie die Ratsfrau Andrea Demming-Rosenberg (alle SPD) betonen ihre Überzeugung, das Auszubildende die Zukunft jedes Unternehmens darstellen. Die Präsenz in der Fläche zu reduzieren kann auch aus ihrer Sicht folglich nicht richtig sein, denn: "Gute Ausbildung muss nah am Produkt sein. Junge Menschen brauchen Perspektiven und keine Zukunftsangst." Ihre logische Schlussfolgerung lautet daher: "Der Schließungsbeschluss muss vom Tisch und die duale Ausbildung am Standort Hochfeld muss erhalten bleiben."

Investieren statt reduzieren

Auch die Grundforderung, die junge Beschäftigte, Betriebsräte und IG Metall schon seit Beginn der Überlegungen zu Kostensenkung in der Siemens-Ausbildung unübersehbar an den Vorstand stellen, teilen die Politiker: "Ein Konzern wie Siemens sollte sich gerade in Zeiten des Fachkräftemangels das zu Herzen nehmen, was Eure Auszubildenden auf ihre T-Shirts geschrieben haben: Investieren statt reduzieren."

Um dieses Anliegen konkret zu unterstützen, ist mittlerweile auch ein direkter Kontakt zu Thomas Leubner hergestellt*, der als "Chief Learning Officer" für die SPE verantwortlich zeichnet. Die genannten und weitere Politiker schrieben ihm, um nochmals die herausragende Bedeutung des Ausbildungsstandorts für die gesamte Wirtschaftsregion zu unterstreichen: "In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Jugendvertretung am Standort Duisburg-Hochfeld möchten wir geschlossen betonen, dass wir den Beschluss des Vorstandes Ihrer Siemens AG zur Schließung der Ausbildung am Standort Duisburg-Hochfeld ausdrücklich ablehnen."


* Update zur Originalfassung des Artikels, bei deren Veröffentlichung die entsprechende E-Mail noch nicht vorlag.


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