10.07.2017/ JP
Transfer-Workshop: Innovationsfonds nutzen – Standorte sichern

Ende Juni trafen in Fulda 24 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus 16 Siemens-Standorten zusammen, um sich im Rahmen eines Transfer-Workshops über ihre bisherigen Erfahrungen und Ideen mit der örtlichen Anwendung der geschaffenen Instrumente aus der Zukunftsvereinbarung Siemens 2020 auszutauschen.

Dabei wurde deutlich, dass in der konkreten Umsetzung auf der Basis eines gemeinsamen Regelungsrahmens durchaus sehr standortspezifische Wege gegangen und Initiativen gestartet werden können.

Mit der vor zwei Jahren mit Siemens vereinbarten Zukunftsvereinbarung Siemens 2020 haben der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall neue Wege der Mitbestimmung bei Siemens beschritten. Im Zentrum dieser Vereinbarung steht die mitbestimmte Förderung von Innovation durch zusätzliche Finanzmittel und die Schaffung von mehr Freiräumen für innovatives Arbeiten.

Im Mittelpunkt des Erfahrungs- und Ideenaustauschs der Betriebsräte standen drei zentrale Handlungsansätze, die sich wie ein roter Faden durch den zweitägigen Workshop zogen:

1.) Die konsequente Nutzung des paritätisch mitbestimmten Innovationsfonds, den es künftig noch systematischer für die Absicherung von Wertschöpfungskompetenzen an den deutschen Standorten zu nutzen gilt, wie es zum Beispiel am Berliner PG/PS-Standort in der Huttenstraße gelungen ist.

2.) Die Erschließung von mehr freien Räumen und Zeiten für innovatives Arbeiten. Auch hierfür gibt es inzwischen eine Reihe guter Beispiele, wie Betriebsräte in Zusammenarbeit mit aufgeschlossenen Betriebsleitungen Initiativen starten und erfolgreich umsetzen können, etwa im Rahmen eines „Innovationsjahrs“ wie am Standort Karlsruhe.

3.) Die systematische Kommunikation und Einbindung der Beschäftigten, Vertrauensleute und Einreicher durch den Betriebsrat in das betriebliche Innovationsgeschehen. Hierbei betonten die Workshop-Teilnehmer vor allem die enormen betriebs- und organisationspolitischen Chancen, die nicht nur durch die Vorstellung der geschaffenen Instrumente und ihrer Urheber im Rahmen von Betriebsversammlungen und BR-Infos, sondern vor allem durch ein systematisches Beziehungsmanagement und Netzwerken in die einzelnen Standortbereiche und –abteilungen hinein entstehen können.

Alles in allem konnten die Teilnehmer/innen eine positive Zwischenbilanz zur Zukunftsvereinbarung Siemens 2020 ziehen. Vor dem Hintergrund permanenter Standortkonflikte und vielfacher technologischer Umbrüche betonten sie jedoch auch die Notwendigkeit, den Zusammenhang von Innovationsförderung und Standortsicherung auf örtlicher wie auf zentraler Ebene künftig noch stärker in den Fokus des Betriebsratshandelns zu stellen.


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