12.07.2017/ HR
Abbau bei der IT: verhandlungsbegleitender Protest

Im Zuge der aktuellen Sparpläne will Siemens insgesamt rund 1.350 Stellen in der Unternehmens-IT streichen oder auslagern. Am 10. Juli fand in München die erste Verhandlung zwischen der Projektgruppe des Gesamtbetriebsrates und der Arbeitgeberseite statt.

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Siemens will seine IT grundlegend umbauen. Von rund 3.400 Arbeitsplätzen in Deutschland sollen dabei 700 mit als "non core" definierten Tätigkeiten an externe Dienstleistern gehen, weitere 500 Siemens-intern nach Portugal, Rumänien, Tschechien oder auch Indien abwandern. Etwa 150 schließlich würden demnach gestrichen, um auf die im Mai verkündete Gesamtzahl von 1.350 zu kommen.

Angesichts dieser Perspektive folgten am 10. Juli über 100 Kolleginnen und Kollegen aus der Perlacher IT dem Aufruf der Münchner IG Metall, vor dem Verhandlungsort an der Firmenzentrale gegen die Pläne zu protestieren.

Wir sind Siemens!

Die Vertrauenskörperleiterin Renate Hofmann brachte auf den Punkt, was die Betroffenen denken: "Wir Beschäftigten wollen, dass die IT bei uns bleibt. Wir wollen nicht von Externen betreut werden, denn unsere eigene IT ist für ihre ausgezeichnete Arbeit bekannt und jeden Penny wert! Wir sind entschieden gegen dieses Sparprogramm ohne ein fundiertes Geschäftskonzept!" Auch der Perlacher Betriebsratsvorsitzende Hans Neumeier bekräftigte die Forderung: "Wer sich Digitalisierung auf die Fahnen schreibt, muss sich zur firmeninternen agilen und innovativen IT bekennen."

Diese Kundgebung war nur der Start des Widerstands der zentralen Siemens IT. Nach den bereits sehr erfolgreich durchgeführten Abteilungs- und Betriebsversammlungen mit einer starken Beteiligung und Diskussion der Beschäftigten mit dem Management soll ein "heißer Sommer" mit weiteren Aktionen folgen.


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