31.07.2017/ JP
Post aus München: Spart nicht an der Zukunft!

Die vom Management angekündigten Einschnitte in der Siemens-Ausbildungsorganisation sorgen derzeit an vielen Standorten für Empörung. Auch das SPE-Trainingscenter in München wäre, wenn es nach den vorgelegten Arbeitgeberplänen ginge, von drastischen Einschnitten betroffen. Doch die Beschäftigten und Azubis in der hiesigen Niederlassung wollen das nicht hinnehmen.

Johann Thurnreiter (NL München), Jens Prietzel (IG Metall Siemensteam), Robert Kensbock (Stellv. GBR-Vorsitzender) und Max Baldauf (GJAV-Vors.) bei der Übergabe der Postkarte.

Die Unterschriften der Beschäftigten aus der Siemens Niederlassung München

Übergabe der Postkarte an die Arbeitgebervertreter am Rande der Beratung

Über ein Viertel aller Ausbilderstellen sollen in den nächsten Jahren wegfallen. Betriebsrat Johann Thurnreiter befürchtet, dass dies das Ende der gewerblichen Ausbildung von künftigen Servicetechnikern bei Siemens in München bedeuten könnte: „Wenn die Ausbildung wegfällt, dann werden in absehbarer Zukunft auch die betreffenden Arbeitsplätze in den Siemens-Niederlassungen in Frage gestellt werden.“ Deshalb geht der aktuelle Konflikt für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat und der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) auch über das "reine" Ausbildungsthema hinaus: "Hier geht es letztlich auch um die Zukunft unseres Standortes und seiner Arbeitsplätze" so der engagierte Metaller Thurnreiter weiter.

Beschäftigte stellen sich hinter die Ausbildung

Die Beschäftigten der Niederlassung München wurden auf der Betriebsversammlung am 27. Juli 2017 über die Arbeitgeberpläne informiert. Spontan unterschrieben viele von ihnen auf einer überdimensionalen Postkarte, welche die JAV und der Betriebsrat mit tatkräftiger Unterstützung der IG Metall Geschäftsstelle München eigens dafür vorbereitet hatten. Vorne drauf: ein Bild vom Siemens-Jugendaktionstag im letzten Herbst, an dem sich allein am Standort München in Perlach über 200 Auszubildende und Dual Studierende beteiligt hatten. Hinten drauf: Eine klare Botschaft an die Arbeitgeberseite: „Keine weitere Reduzierung der Ausbildung – Lasst uns nicht an der Ausbildung sparen!“.

Riesen-Postkarte direkt in die Beratungen mitgenommen

Johann Thurnreiter nahm die unterschriebene Postkarte gleich mit zum nächsten Beratungstermin der GBR-Projektgruppe, der nur vier Tage später stattfand. Überreicht wurde sie dort dem zuständigen Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, dem Stellvertretenden GBR-Vorsitzenden Robert Kensbock sowie dem Vorsitzenden der GJAV, Max Baldauf. Beide bedankten sich für den Rückenwind durch die Münchner Kolleginnen und Kollegen und kündigten an, die Postkarte gleich mit in den Beratungstermin mit der Arbeitgeberseite zu nehmen. Dort konnte sie schließlich durch Johann Thurnreiter, stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen von der Siemens Niederlassung München, gleich persönlich an die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber übergeben werden.


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