23.08.2017/ HR
Zukunft für die Zukunft

Der Widerstand gegen die geplanten Einschnitte in die Ausbildung bei Siemens reißt nicht ab: In Görlitz protestierten am 22. August rund 400 Beschäftigte und machten deutlich: "Das ist nur der Anfang."

Lukas Nitsche

Jan Otto

Die Beschäftigten, unter ihnen viele Auszubildende und dual Studierende, folgten dem Aufruf von IG Metall, Betriebsrat und Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) zu einer Kundgebung außerhalb des Werksgeländes. Sie zogen von der Hauptpforte auf die nahe gelegene Melanchtonstraße, um ihrem Unmut über die Vorhaben des Unternehmens Luft zu machen.

Lukas Nitsche, Vorsitzender der JAV, machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass die Auszubildenden und dual Studierenden bei Siemens in Görlitz hinter der Forderung von Interessenvertretung und IG Metall stehen, die Siemens Professional Education und damit auch die Stellen aller Ausbilder langfristig und in vollem Umfang zu erhalten - Beifall und die Klänge der Trillerpfeifen hallten durch die Straßen und gaben ihm Recht. Der Betriebsratsvorsitzende, Christian Hainke, verwies darauf, welche Bedeutung von der Ausbildung bei Siemens für die regionalen Berufs- und Hochschulen ausgeht.

"Die heutige Kundgebung ist nur der Anfang. Wir werden diesen Abwehrkampf mit euch gemeinsam führen und Siemens deutlich machen, dass der Konzern die Ausbildung in unserer Region erhalten muss", sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. "Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass für kurzfristige Rendite die Zukunft der Menschen verkauft werden soll", so Otto weiter unter Bezug auf den Unternehmensgründer Werner von Siemens.

Weitere Solidaritätsbekundungen und Unterstützung bekamen die Kolleginnen und Kollegen vom Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk, Landrat Bernd Lange, Oberbürgermeister Siegfried Deinege, dem Vorsitzenden der Gesamtjugendvertretung bei Bombardier, Robert Hieke, und dem Sprecher des Siemens GJAV-Verbindungskreises Nord/Ost, Enrico Wiesner. Die politischen Mandatsträger betonten die Bedeutung des Ausbildungsstandortes für die Region und forderten das Management von Siemens auf, hier auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen.

Wie es mit der SPE weitergeht und ob Siemens einlenkt, werden die nächsten Monate zeigen. Vollkommen klar hingegen ist aus Sicht der Görlitzer eines: Alle Mitglieder der IG Metall am Görlitzer Siemens Standort könnnen sich der Unterstützung ihrer Gewerkschaft sicher sein.


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