28.08.2017/ SD
So nicht, Herr Leubner!

Wie gibt man Auszubildenden Hoffnung auf eine sichere Zukunft? Damit scheint sich kaum jemand bei der Planung auseinandergesetzt zu haben, Ausbildungsstandorte bei Siemens in Deutschland zu schließen. Mit dieser und anderen Fragen beschäftigten sich Azubis und JAVis hannöverscher Betriebe in der Heimvolkshochschule in Springe.

Mit Unverständnis und festem Willen zum Protest reagieren die Auszubildenden auf das Vorhaben der Siemens AG, auch den Ausbildungsstandort Hannover/Laatzen zu schließen. Insbesondere weil im geplanten Neubau der Niederlassung ein Bereich entstehen soll, an dem Ausbildung und Kundentrainings synergetisch operieren sollen. Aus diesem Grund fertigten sie gemeinsam ein Transparent, mit dem sie ihre Forderung auf künftigen Veranstaltungen verdeutlichen wollen. "STARTE DEIN SIEMENS - Gerne, aber in Hannover!"

"Wir stellen uns als Jugend- und Auszubildendenvertretung entschieden gegen diese Entscheidung", betont der Vorsitzende der JAV bei Siemens, Emre Bektas. "Mit dieser Ansicht stehen wir nicht allein. Solidarisch stellen sich die Auszubildenden der anderen Betriebe in Hannover auch hinter unser Vorhaben. Unsere Kollegen aus anderen Ausbildungsbetrieben lassen uns nicht im Stich und unterstützen die von uns ins Leben gerufene Aktion."

Hannover ist nicht nur der letzte ausbildende Vertriebsstandort von Siemens in Niedersachsen, sondern auch jährlicher Austragungsort der bedeutendsten Industriemesse! Natürlich stellen die Auszubildenden durch ihre Messebesuche, aber vor allem durch ihre Messeeinsätze während der Ausbildung, einen direkten Bezug zu den Kunden her. Ein Unternehmen, das vom Kundengeschäft lebt, darf die Wichtigkeit dieser Präsenz in der Region und darüber hinaus nicht unterschätzen.

Auf jeder Betriebsversammlung und in jedem Rundschreiben ist die Rede von erfüllten Margenbändern und überaus erfolgreichen Geschäftsjahren. Deshalb sind auch die Siemensianer_innen in Hannover umso aufgebrachter zu hören, dass mehrere Ausbildungsstandorte geschlossen werden sollen. "Der Margenwahn sollte spätestens bei der Ausbildung enden!" fordert Frank Wiese, Vorsitzender des Betriebsrates der Niederlassung Hannover, und fragt berechtigterweise: "Welches Talent fährt schon gern 50 oder gar 250 Kilometer zu seiner Ausbildungsstätte?"


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