05.10.2017/ SD
Gemeinsam für den Standort D

In Berlin wählten über 1.000 Wahldelegierte aus Siemens-Betrieben in ganz Deutschland am Donnerstag die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat. Das Ergebnis ist ein klares Signal nach innen und außen.

(Foto: D. Kuttner)

V.l.n.r.: Robert Kensbock (verdeckt), Birgit Steinborn, Dorothea Simon, Gunnar Zukunft (verdeckt), Bettina Haller, Jürgen Kerner, Reinhard Hahn, Andrea Fehrmann und Harald Kern.

(Foto: D. Kuttner)

Über 1.000 Delegierte in Berlin ...

(Foto: D. Kuttner)

... sorgten für ein klares Ergebnis.

Zehn Vertreter_innen der Beschäftigten im Aufsichtsrat sieht das Mitbestimmungsgesetz für ein Unternehmen wie die Siemens AG vor. Sechs betriebliche Mandate gehen demnach an Vertreter_innen der Beschäftigten, weitere drei an Vertreter_innen der im Unternehmen präsenten Gewerkschaft – bei Siemens also der IG Metall. Einen Sitz im Kontrollgremium erhält außerdem ein Vertreter der leitenden Angestellten.

Geschlossen für die Beschäftigten

Nach den aus diesen Bestimmungen resultierenden drei Wahlgängen stand am Nachmittag das Ergebnis fest. Es kann als eindeutiges Signal einer Arbeitnehmerbank bei Siemens bewertet werden, die geschlossen für die Interessen der Beschäftigten eintritt.

IG Metall-Liste mit weitem Abstand

Von den drei angetretenen Listen setzte sich die IG Metall-Liste mit 78,5 Prozent der Stimmen (1.190) mit weitem Vorsprung durch. Mit 15,6 Prozent (237 Stimmen) folgt die Liste "Digital Designers"; mit 5,9 Prozent (89) weit abgeschlagen bleibt als Schlusslicht die AUB ohne Mandat.

Die im Mai nominierten betrieblichen und gewerkschaftlichen Kandidatinnen und Kandidaten der IG Metall-Liste erhielten damit fünf Mandate. Im Amt bestätigt wurden die bereits bisher dem Aufsichtsrat angehörenden Birgit Steinborn (Gesamtbetriebsratsvorsitzende), Robert Kensbock (stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender), Bettina Haller (Konzernbetriebsratsvorsitzende), sowie Harald Kern (Europabetriebsratsvorsitzender).

Erstmals ein Mandat erhält Dorothea Simon, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und Aufsichtsratsmitglied bei Healthcare. Ebenfalls zum ersten Mal gewählt wurde Gunnar Zukunft von der Liste "Digital Designers"; er ist ebenfalls Mitglied der IG Metall. Als Vertreter der leitenden Angestellten wurde Michael Sigmund mit 1.138 Stimmen wiedergewählt.

Als hauptamtliche Kandidaten wurden Jürgen Kerner (geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassierer der IG Metall) und Reinhard Hahn (Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Siemens) wiedergewählt, die dem Gremium bereits angehören. Neu kommt Dr. Andrea Fehrmann hinzu, die in der Bezirksleitung der IG Metall Bayern für Industriepolitik zuständig ist. Auch sie ist bereits mit Siemens vertraut, unter anderem arbeitete sie mehrere Jahre für das Siemens Team der IG Metall im Raum Erlangen.

"Guter Tag für die Mitbestimmung"

Unter dem Strich bestätigt das Ergebnis die gemeinsame Arbeit von Betriebsräten und IG Metall in der im Januar 2018 ablaufenden Amtszeit. Reinhard Hahn fasste am Nachmittag in einer ersten Reaktion zusammen: "Ein guter Tag für die Mitbestimmung bei Siemens."

 


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