08.11.2017/ SD
Sturm bei Gamesa

Als würden die im Mai angekündigten Umbaumaßnahmen, der Zusammenschluss mit Alstom und der akute Konflikt im Kraftwerksbereich nicht genug sein, kommt auch von Gamesa eine Hiobsbotschaft: Das Management will 6.000 Stellen abbauen. Der Betriebsrat reagiert mit Kritik.

Gamesa kündigte im Rahmen seiner aktuellen Bilanzmitteilung am 6. November lapidar ein "Restrukturierungsprogramm, das maximal 6.000 Beschäftigte in 24 Ländern betrifft," an. Details zu der essentiellen Frage nach der Verteilung auf die einzelnen Länder und Standorte sind bislang nicht bekannt.

Der Betriebsrat der Siemens-Niederlassung Hamburg, der bis zur unmittelbar bevorstehenden Wahl einer eigenen Interessenvertretung noch für die Siemens-Gamesa-Standorte Hamburg, Cuxhaven und Rostock zuständig ist, bezeichnete sich in einer Mitteilung an die Beschäftigten als erschüttert über das angekündigte weltweite Restrukturierungsprogramm".

Die Interessenvertretung bewertet die Ankündigung als übereilt, da sich das Unternehmen aktuell mitten in der Umorganisation befindet. Die Auswirkungen auf die Personalstrukturen sind daher noch gar nicht vollständig bekannt, eventuelle Synergieeffekte noch nicht absehbar. Vor diesem Hintergrund zieht der ein kritisches Fazit: "Zu diesem Zeitpunkt ist aus unserer Sicht ein Restrukturierungsprogramm verbunden mit einem Stellenabbau nicht der richtige Schritt, zumal er in einer Zeit der Veränderung zusätzliche Unruhe im Unternehmen erzeugt."

Um in den nun erwarteten Beratungen und voraussichtlich daran anschließenden Verhandlungen auf einer Augenhöhe mit der Firmenseite auftreten zu können, ist ein starker Rückhalt aus der Belegschaft entscheidend. Die Betriebsräte appellieren daher nachdrücklich an die Beschäftigten, an den Betriebsratswahlen, die am schon am 13. und 16. November stattfinden, teilzunehmen und betonen: "Unser Plan ist, dass wir bei der geplanten Umstrukturierung unsere Mitbestimmungsrechte voll geltend machen. Für uns steht fest: Wir müssen zunächst die Umorganisation bewältigen, bevor über weitere Themen wie ein Stellenabbau überhaupt gesprochen werden kann. Alles andere macht keinen Sinn!"


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