13.11.2017/ SD
"Siemens zieht Bilanz – wir fangen erst an"

Im Umfeld der Bilanzpressekonferenz am 9. November liefen mehrere Protestaktionen der Siemens-Beschäftigten. In Berlin, Görlitz und Leipzig zeigten sie mit viel Unterstützung aus allen Teilen der Gesellschaft, dass die Auseinandersetzung gerade erst beginnt.

Mobilisierung in Görlitz

Betriebsversammmlung im Dynamowerk

Kampagne in Leipzig / Plagwitz

Schlüssel für die Zukunft

In Berlin positionierten sich die Betriebsratsvorsitzenden der örtlichebn Siemens-Standorte und kündigten gemeinsam mit der IG Metall heftigen Widerstand an,sollte der Vorstand Werke in Berlin schließen oder verlagern wollen. Statt dessen fordern sie, in die Standorte zu investieren. Berlin ist mit derzeit rund 11.500 Beschäftigten der größte Produktionsstandort von Siemens. Regina Katerndahl, zweite Bevollmächtigte der Berliner IG Metall betonte die Bedeutung, das enorme Know How der hiesigen Belegschaften zu erhalten: "Deshalb werden wir zusammen mit allen Siemens-Beschäftigten in Berlin um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen."

Starker Rückhalt von Stadt und Region

In Görlitz demonstrierten nach einem Aufruf der IG Metall Ostsachsen  rund 2.500 Teilnehmer_innen aus Firmen, Geschäften, Vereinen und Schulen der Stadt und ihrer ganzen Umgebung. Verstärkung kam auch von Metaller_innen von Siemens-Betrieben aus Dresden und Leipzig. Wie an praktisch allen potenziell betroffenen Standorten zeigte sich auch hier die Politik äußerst alarmiert und stellt sich uneingeschränkt auf die Seite der Belegschaft. Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig nahm im Rahmen der Kundgebung 12.800 Unterschriften der laufenden Online Petition entgegen und stellte sich nachdrücklich hinter die Forderung nach Erhalt des Standortes. Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen forderte, Siemens solle lieber in die Fachkräfte und Standorte investieren: "Wer so kurzsichtig handelt, dem werfen wir Doppelmoral und Eliten-Versagen vor!"

Erst der Anfang

Unter dem Motto "Siemens zieht Bilanz – wir fangen gerade erst an" begann in Leipzig eine Kampagne gegen die Schließungspläne für das Kompressorenwerk in Plagwitz. "Die Zahl der prominenten Erstunterzeichner und -unterzeichnerinnen unter der Erklärung zum Erhalt des Plagwitzer Standortes wächst sehr schnell", erklärte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der Leipziger IG Metall. Der Widerstand findet seitdem auch im Netz seine Heimat: Eine Protest-Homepage sammelt unter www.siemensbleibtinplagwitz.de aktuelle Nachrichten zum Kampf in Plagwitz.


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