23.01.2018/ SD
Für gleiche Arbeitszeiten

Die unterschiedliche tarifliche Wochenarbeitszeit in den alten und eigentlich längst nicht mehr "neuen" Bundesländern spielt eine Rolle in der laufenden Tarifrunde. IG Metall und betriebliche Interessenvertretungen fordern gemeinsam eine Verpflichtung zur Verhandlung.

In der dritten Tarifverhandlung im zuständigen Tarifbezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen setzten die Arbeitgeber bei diesem Thema erneut auf Totalverweigerung, wie IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel berichtete: "Wir haben einen Vorschlag für eine Formulierung zur Verhandlungsverpflichtung überreicht. Wir bleiben dabei: 28 Jahre nach der deutschen Einheit brauchen unsere Kolleginnen und Kollegen im Osten ein Zeichen für eine spürbare Bewegung in der Frage der Angleichung." 

Um den Druck auf die Arbeitgeber weiter zu erhöhen, haben daher nun die Vorsitzenden der Gesamtbetriebsräte alle großen deutschen Automobilunternehmen eine Erklärung unterschrieben, in der sie die Arbeitgeber zu einer Lösung auffordern.

Siemens mit an Bord

Dazu wurde auch Siemens ins Boot geholt, denn schließlich sind auch hier tausende Beschäftigte von den ungerechten Unterschieden zwischen Ost und West betroffen. Für die Arbeitnehmerseite haben daher unter anderem die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn sowie die Konzernbetriebsratsvorsitzende Bettina Haller eine eigene Erklärung unterschrieben. In ihr fordern sie gemeinsam mit Betriebsratsvorsitzenden zahlreicher Werke, Niederlassungen und Töchter der Siemens AG den Vorstand auf, "dafür zu sorgen, dass sich die Verantwortlichen der Standorte in den ostdeutschen Tarifgebieten aktiv für eine konstruktive Lösung dieses Themas einsetzen und das Zustandekommen einer Verhandlungsverpflichtung unterstützen."


» die vollständige Erklärung kann man als PDF über obenstehenden Link herunterladen


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