25.01.2018/ SD
Aktionen im Vorfeld der Hauptversammlung

Am 31. Januar kommen tausende Siemens-Aktionäre in München zur jährlichen Hauptversammlung zusammen. Joe Kaeser wird ihnen ein hervorragendes Geschäftsjahr erläutern – wir zeigen die Kehrseite der Medaille.

Mahnwache in Berlin (Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de)

Mahnung in Berlin

Die Medienaufmerksamkeit im Zusammenhang mit der Hauptversammlung machen sich etliche Aktionen gegen die Abbaupläne zunutze. In Berlin findet bereits am Donnerstag eine Mahnwache am Dynamowerk statt, mit der die Beschäftigten seit 5 Uhr früh für ihre Arbeitsplätze und das Werk demonstrieren. Gleichzeitig senden sie ein Unterstützungssignal nach München, wo der fachliche Sondierungsprozess mit der Firmenseite beginnt (» Bericht der IG Metall Berlin).

Einfach kann jeder

Direkt auf die Hauptversammlung zielt eine Aktion aus Görlitz, wo 35 Beschäftigte schon am Freitag per Fahrrad nach München aufbrechen. Unter dem Motto "Einfach kann jeder, wir machen den Rest!" nehmen sie trotz winterlicher Verhältnisse die rund 600 Kilometer in Angriff, um zur Aktionärsversammlung ein Zukunftspapier für ihr Werk zu überbringen.

"Die Kolleginnen und Kollegen wollen zeigen, dass sie bereit sind, als Belegschaft alles zu geben", erklärt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. "Sie zeigen mit ihrer Aktion, wie kreativ und zäh sie sein können, wenn es um die Zukunft ihres Werkes geht. Mit einem Versorgungsmobil werden wir als IG Metall die Kollegen begleiten. Wir stehen an ihrer Seite."

Zeichen in München ...

An der Münchner Olympiahalle selbst begrüßen am 31. Januar Delegationen zahlreicher Siemens-Standorte die anreisenden Anteilseigner mit einem Spalier aus Transparenten. Unmittelbar vor dem Haupteingang zeigt dann die bereits auf der Betriebsräteversammlung bewährte Kaeser-Figur, welchen Preis die Belegschaften für die rigorose Profitmaximierung schlimmstenfalls zahlen sollen.

... und Protest vor der Börse

Die Siemens-Beschäftigten aus Offenbach schließlich ziehen parallel über die Frankfurter Zeil zur Börse, um dort mit einer Protestaktion auf ihre Lage aufmerksam zu machen.


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