22.06.2018/ SD
Öfter mal was altes

Von Veränderungen bei Siemens, so scheint es, erfährt man immer öfter nicht über die internen Kommunikationskanäle, sondern vorab im "Manager Magazin". So auch zur "Vision 2020+": Die aktuelle Divisionsstruktur soll demnach auf etwas verkleinert werden, das nicht nur die Zeitung verdächtig an die ehemaligen Sektoren erinnert.

(Foto: Siemens Pressebild 2007)

"Konzernchef Joe Kaeser hat sich eine neue Strategie einfallen lassen", so untertitelt das aktuelle "Manager Magazin" seinen ausführlichen Bericht, der gekürzt vorab am 21. Juni online erschien. Im wesentlichen sollen demnach im neuen Geschäftsjahr die Divisionen BT, DF, EM, PG und PD in künftig nur noch drei gebündelt werden. Im einzelnen würden, so die Zeitung, DF und PD zusammengehen; EM hingegen würde teils (Hochspannungsnetze) zu PG, teils zu BT (Smart Grids) aufgeteilt.

Diese Skizze kommt Siemens-Kennern, zu denen die MM-Autorin unstrittig gehört, seltsam bekannt vor: "In Teilen kehrt Kaeser damit zur Aufstellung seines ungeliebten Vorgängers Peter Löscher (60) zurück, mit drei und später vier Sektoren, die ja er als CEO gleich nach seinem Amtsantritt 2013 zerhackte." Der Eindruck liegt nahe, wenngleich er angesichts der seitdem herausgelösten Medizintechnik und der Bahnsparte nur bedingt zutrifft.

Veränderungen sollen möglicherweise auch mit Blick auf Zentralfunktionen ins Haus stehen. Das Magazin schildert, deren Verteilung auf die operativen Einheiten könne eine Milliarde Euro Einsparungen ermöglichen. Außerdem will es erfahren haben, "in der Zentrale am Wittelsbacher Platz fürchten manche Siemensianer gar eine Halbierung der 1200 Stellen".

Ergänzt wird all dies angeblich durch die Absicht, den künftigen Bereichen höhere Margenziele mitzugeben. Und zu guter Letzt folgen etliche Spekulationen über die langfristige Zukunft des Kraftwerksgeschäftes einschließlich CEO Lisa Davis.

Offiziell mag Siemens die Meldung der Zeitschrift natürlich nicht bestätigen. Dennoch darf man wohl davon ausgehen, dass die Informationen zumindest im Großen und Ganzen stimmen - auch das ist mittlerweile Standard bei der Kommunikation über geheimnisvolle "Unternehmenskreise".


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