15.10.2018/ SD
Mobility Berlin: Es ist Zeit

Klare Botschaft der Betriebsversammlung bei Siemens Mobility in Berlin am 12. Oktober: Die Arbeitgeber müssen endlich die Angleichung Arbeitszeit Ost umsetzen.

Fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer muss man nach Betonbrocken mühsam suchen, die Tarifmauer aber steht wie eh und je. Wie absurd dieser Zustand und die damit zementierte Ungleichheit sind, wird besonders in Berlin Treptow bei Siemens Mobility deutlich. Dort zieht sich die Mauer mitten durchs Unternehmen, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Udo Rauchert: "Ein Teil der Belegschaft hat die 35-Stunden-Woche und die anderen arbeiten bei gleichem Entgelt noch 38 Stunden. Diese Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben.W

Die Beschäftigten nutzten eine Betriebsversammlung am 12. Oktober für ein entsprechendes Statement. Auf einem riesigen Banner, auf Pappen und T-Shirts war der Slogan "35 Stunden reicht – keine Zeit für neue Mauern" zu lesen. "Wir sind ein Land, in denen die Beschäftigten endlich unter gleichen Bedingungen arbeiten wollen. Hier müssen die Arbeitgeber jetzt liefern", betonte Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin.

Die Aktion zeigt: Beschäftigte, Betriebsratsgremien und IG Metall ziehen an einem Strang. Entsprechend hart wird die IG Metall im Bezirk Berlin, Brandenburg, Sachsen verhandeln, wenn die in der diesjährigen Tarifrunde durchgesetzte Gesprächsverpflichtung zu diesem Thema zur Debatte steht - diese Gespräche stehen im vierten Quartal an.


» Bericht der IG Metall Berlin


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