Siemens Dialog der IG Metall
06.02.2019/ SD
Jetzt erst recht: Standortkonzepte für Siemens Mobility

Nach langen Spekulationen steht nun fest: Die EU-Kommission lässt die Fusion von Siemens Mobility mit Alstom scheitern. Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken wurden durch die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen vor allem in den Bereichen Signaltechnik und Schienenfahrzeuge nicht hinreichend zerstreut.

Die IG Metall und die Betriebsräte von Siemens Mobility und Alstom hatten den Fusionsplänen aus industriepolitischen Überlegungen heraus und nur unter umfangreichenZusagen für die Beschäftigten zugestimmt. Weitreichende Zugeständnisse an die Kommission lehnen sie ab, da dadurch die industriepolitische Sinnhaftigkeit ad absurdum geführt wird.

Nun wird also insgesamt der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt, wenn gleich bei Siemens die vorbereitende Ausgliederung des Bahngeschäfts aus der Siemens AG in die 100prozentige Tochter Siemens Mobility GmbH bereits vollzogen ist. An der Position der IG Metall und der Betriebsräte ändert sich angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch grundsätzlich nichts. Sie sehen in der aktuellen Aufstellung des Bereichs außerhalb der Siemens AG auch ohne ein Zusammengehen mit Alstom mehr Chancen als Risiken.

Voraussetzung dafür bleiben zum einen die bereits mit der Firmenseite vereinbarten Sicherheiten und Garantien für die Standorte und die Beschäftigung. Dies gilt insbesondere für die Standortsicherung und den Verzicht auf Kündigungen für vier Jahre. Zum anderen müssen nun umso dringender nachhaltige Standortkonzepte entwickelt werden, um die aktuell gute Situation des Bereichs zukunftsfest zu stabilisieren. Nur so kann Siemens Mobility den durch zunehmend härteren Wettbewerb und weltweite Marktkonsolidierung entstehenden Herausforderungen erfolgreich begegnen.

Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Aufsichtsrat der Siemens AG, kommentierte die Nachricht aus Brüssel: "Schuldzuweisungen oder Kritik sind jetzt unangebracht. Dass die lange geplante Fusion nun doch nicht zustande kommt, ist aus Arbeitnehmersicht keine Katastrophe. Für uns steht nach wie vor im Vordergrund, dass Siemens Mobility mitsamt seinen Standorten und Beschäftigten eine tragfähige Zukunftsperspektive unter dem Dach des Siemens-Konzerns hat. Dafür treten wir unverändert weiter ein."

Auch Bettina Haller, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Siemens Mobility GmbH, sieht weiter zuversichtlich auf die Zukunft von Mobility: "Wir haben Spitzentechnologie, entsprechend erstklassige Produkte und vor allem bestens motivierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Siemens Mobility kann sich also durchaus auch allein am Markt behaupten, wenn das Management die entsprechenden Voraussetzungen schafft – darauf kommt es jetzt an."


gedruckt am 21.04.2019 bei www.dialog.igmetall.de