18.06.2019/ SD
Gas and Power: Siemens will erneut abbauen

Siemens hat am 18. Juni in München Pläne veröffentlicht, im Bereich Gas and Power erneut Stellen abzubauen. Weltweit sollen es 2.700 werden, rund 1.400 davon in Deutschland. IG Metall und Betriebsräte weisen reinen Abbau als ideenlos zurück und dringen statt dessen auf Qualifizierung.

Die Pressemitteilung des Unternehmens kam erst kurz nach 17 Uhr, zuvor war die Arbeitnehmerseite unterrichtet worden. Im Fokus stehen demnach vor allem das Projektgeschäft und die Stromübertragung. Man wolle diesen Abbau "möglichst sozialverträglich" umsetzen, so verkündete Siemens; angesichts der auch bei Gas and Power unverändert geltenden Standort- und Beschäftigungssicherung "Radolfzell" hat man in dieser Hinsicht allerdings auch kaum eine Wahl.

Birgit Steinborn, die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, lehnte die geplanten Abbaumaßnahmen in einer ersten Reaktion ab und erklärte: "Wir können nicht nachvollziehen, dass in einem langfristig wachsenden Markt ein kurzsichtiger Abbau der Mitarbeiter vorgenommen werden soll."

Auch die IG Metall lehnt derlei ideenlose Abbauprogramme ab und fordert statt dessen die bereits öfter - übrigens auch erneut in der betreffenden Pressemitteilung - verheißenen "Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels in der Branche" ein. Sie ist gemeinsam mit den Betriebsräten überzeugt, dass nur auf diese Weise die Wachstumspläne der Firmenseite für das Energiegeschäft glaubwürdig bleiben.


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